Vízügyi Közlemények, 2003 (85. évfolyam)

3. füzet - Orlóci I.-Szesztay K.: A vízvagyon állapotának változása a XX. században

414 Orlóci I. -Szesztay К. Die natürlichen Faktoren des Wasservermögens fügen sich in den Wasserhaushalt der Kontinente, dessen rasche Oberflächen-Zyklen und langsame unterirdische Zyklen einander in einer für die Bewirtschaftung günstigen Weise ergänzen (Bild /).Aus gesellschaftlicher Sicht ist eine Eigentümlichkeit der stattgefundenen Veränderungen, daß die früher verborgen gebliebe­nen Externalitäten sowie internen Wasserhaushalts-Beziehungen der wirtschaftlichen Tätigkeiten in einem zunehmenden Mabe zu Faktoren werden, welche die Werte und die Interessen so gestalten, daß die Erstellung der informatorischen Grundlagen und des institu­tionellen Rahmens einer integrierten Wasserwirtschaft zur Aufgabe der zentralen Regierung erhoben wird (Bild 2). Die von verheerenden Epidemien begleiteten historischen Erfahrungen führten bis zur zweiten Hälfte des XX. Jh. in den entwickelten Industrieländern zur Entwicklung der notwendigen Kenntnisse und Technologien einer hygienisch gesicherten Wasserversorgung und Abwasscrunterbringung der Gemeinden, doch steht eine globale Anwendung dieser Technologien noch aus (Tabelle II). Die im XX. Jh. rasch zunehmenden Wasseransprüche von Bevölkerung, Landwirtschaft und Industrie benötigten immer häufiger und in immer größeren Ausmaben die Regelung des kontinentalen Abflusses mittels Talsperren und Staustufen. Dem ist es zu verdanken, daß in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts die bewässerten Flächen mehr als verdoppelt werden konnten ( Tabelle HI). Die hydrologischen und technischen Grundlagen der Flußbewirtschaftung blicken bis zu den Stromzivilisationen des Altertums auf eine lange Geschichte zurück. In dieser Beziehung brachte das XX. Jahrhundert besonders auf dem Gebiet der Baustoffe, der strukturellen Ausmaße sowie der institutionellen Vorausesetzungen einer internationalen Zusammenarbeit wesentliche Fortschritte (Tabellen IV und V). Die rasche Zunahme der die Flüsse belastenden Nährstoffmengen führte zu einem der schwerwiegendsten Probleme des XX. Jahrhunderts, nämlich zur Eutrophierung der Seen und der geschlossenen Binnenmeere, deren geschichtlicher Gang und einige auf die institutionelle Entwicklung bezogene Fragen in der Studie anhand des Beispiels des Mittelmeeres vorgeführt werden (Tabelle VI). Auf dem Gebiet der Zutageförderung und Versiegung des unterirdischen Wasservermögens hat die Anwendung hochentwickelter Teufungs- und Pumptechnologien oft zu Fördermengen geführt, deren Tempo dasjenige der natürlichen Grundwassernachbildung um ihr Mehrfaches übertrifft, wie das u.a. bei einem der bedeutendsten Aquifere, nämlich der Schichtenreihe Ogallala in den USA, der Fall gewesen ist. Auch eine der am meisten kennze­ichnenden Charakteristika der Wirtschaftstätigkeit im XX. Jh., nämlich die forcierte Entwicklung des weltweiten Handeft, zeitigte eine bedeutende Auswirkung auf die Wasserwirtschaft. Da die Herstellung eines Produktes i.a. einen das Gewicht desselben hundert­oder sogar tausendmal übertreffenden Wasserverbrauch erfordert (Tabelle VII ), wird der Welthandel von einem mächtigen, „virtuellen" Wasserexport begleitet, der im Weltmaßstab sogar 15% des gesamten Wasserverbrauchs erreicht und sich auch in dem nach Ländern aufgeschlüsselten Verhältnis zwischen der landwirtschaftlich bebauten Fläche und der Bevölkerungsdichte eindeutig widerspiegelt (Bild 3). Was aber die perspektivische Zukunft des Wasservermögens betrifft, stellt hier die wahrscheinlich rasche Aufwärmung des gleichzeitig trockener werdenden Klimas das größte Problem dar, wobei sich nicht nur die nutzbaren Wasserdargebote, sondern auch die Wasseransprüche, darunter vor allem diejenigen der landwirtschaftlichen Bewässerung, bedeutend verändern werden (Bild 4). Eine kennzeichnend positive Eigenschaft der auf die 1972 in Stockholm veranstalteten Umweltkonferenz der UNO folgenden Periode ist, dab die Rolle der nicht-regierungsbezogenen Zivilorganisationen in der internationalen Zusammenarbeit sich in einem bedeutendem Maße verstärkt hat. Laut bisheriger Vorhersagen muß man in den nächsten Jahrzehnten mit einer Verbreitung und Vertiefung der Wassermängcl und der Wasserprobleme rechnen (Tabelle VIII). Das zweite Kapitel der Studie befaßt sich mit einer bewertenden Analyse der ungarischen Gegebenheiten und Tendenzen. Als Ausgangspunkt gewährt es einen Uberblick über das Wasservermögen des Landes mit seinen internationalen Beziehungen. Versteht man unter

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