Vízügyi Közlemények, 2003 (85. évfolyam)

1. füzet - Rövidebb tanulmányok, közlemények, beszámolók

158 Tímár Gábor che Verminderung, etwas unter 100 m'.s" 1 , kann z.T. auf geologisch-neotektonische Ursachen zurückgeführt werden. Die maximale Geländesenkung beträgt bei Szolnok 4,3 mm/Jahr, ent­lang der flußabwärts davon liegenden Strecke Tiszakécske-Tiszasas aber lediglich 1,3-1,5 mm/Jahr (Bild 2). Als resultierende Auswirkung dieser ungleichmäßigen Senkung kam der Pe­gel von Szolnok in 30 Jahren um fast 100 mm näher zum Meeresniveau, als der Pegel von Tis­zakécske. Infolge diser ungleichmäßigen Geländesenkung nimmt das Gefalle der Theiß ober­halb Szolnok zu. und nimmt unterhalb Szolnok ab (Bild 3). So entsteht ein Rückstau für den Theißabschnitt oberhalb Szolnok. Das Gefälle der etwa 60 km langen Flußstrecke zwischen Szolnok und Tiszakécske (Bild 3) ist 0,06 m/km. Nach der Chézyschcn Formel ist die ge­führte Abflußmenge proportionell zu der Quadratwurzel des Gefälles. Unter Anwendung dieses äußertst einfachen Modells erhalten wir daraus eine Kapazitätsverminderung von etwa 30 m 3.s~'. Die Auflandung ist ein bekanntes Phänomen, welche dort besonders gefährlich werden kann, wo der Fluß in seinem natürlichen, den Regulierungsarbeiten vorangehenden Zustand noch aktiv seinen Schuttkegel gebaut hat. Nach den Daten des in Bild 4 gezeigten digitalen Geländemodells mittelmäßiger Auflösung liegen entlang der Theiß-Strecke oberhalb Tokaj die höchsten Punkte des Deichvorlandes stellenweise bis zu 4 Meter höher als das Gelände des geschützten Flutgebietes. Die das Deichvorland des Flusses eingrenzenden Deiche erheben sich zwar vorn Geländeniveau, doch erhöht sich stellenweise, infolge Geschiebeablagerung, auch das Deichvorland selbst sogar um mehrere Meter übet das Niveau des geschützten Flutge­bietes. Es wird ein langsichtiges, sich den geologisch-hydrologischen Prozessen anpassendes Sy­stem der Flußbewirtschaftung vorgeschlagen. Im wesentlichen besteht es darin, daß eine Lö­sung gefunden werden muß, welche im gegebenen Flußquerschnitt die Höhe der Hochwasser­stände vermindert (oder umgekehrt formuliert, bei gleichem Wasserstand die Führung eines größeren Abflusses gewährleistet) und gleichzeitig die Ausbreitung des vom Hochwasser ge­förderten Feststoffes so reguliert, daß dadurch keine rasche und — im Verhältnis zum geschütz­ten Flutgebiet-keine bedeutende Auflandung entsteht. Das erste Element dieser Lösung besteht möglicherweise aus einer Erweiterung des Deichvorlandes auf Kosten des geschützten Flutgebietes, womöglich ganz bis zur Grenze des niedrigen Flutgebietes, d.h. der Mäanderzone (Bild 5), aus einer Erhöhung der durchschnittli­chen hydraulischen Glattheit und der Speicherkapazität des somit ausgebreiteten Deichvorlan­des, aus einer Erhaltung dieses Zustandes mit minimalem Arbeitsaufwand, bzw. aus einer stren­gen und konsequenten Beseitigung der Engpässe des Deichvorlandes. Das zweite Element der Lösung ist die Hochwasserspeicherung im Flachland, was vorzüglich im niedrigen Flutgebiet möglich wäre. Auch diese Notspeicherung begünstigt einen neuen Anfang der natürlichen Auf­landungsprozesse im Stromtal, wenn auch in geringerem Maße — dagegen aber in einem regu­lierbaren System —, als wenn die Hauptschutzlinie völlig versetzt würde. Es ist zu erwägen, ob die vor der einstigen Regulierungsarbeiten noch existierenden Mä­anderbögen, oder wenigstens ein Teil davon, innerhalb des breiteren Deichvorlandes, evtl. als ständig Wasser enthaltende Notspeicher, wiederhergestellt werden sollten. Wenn in der Zukunft keine aktive Flußregulierung stattfindet und das Deichvorland genügend breit sein wird, wer­den sich die Krümmungen des auch ursprünglich mäandrierenden Flusses ohnehin wiederbil­den. In der raschen Ableitung der Hochwässer würden die innerhalb des breiten Deichvorlan­des entstehenden, hydraulisch glatten, kontinuierlich instandzuhaltenden Wiesengebiete eine wichtige Rolle spielen.

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