Vízügyi Közlemények, 1999 (81. évfolyam)

3. füzet - Papp Ferenc: Árvízvédelmi biztonság és kockázat

Árvízvédelmi biztonság és kockázat 351 2). Unter solchen Bedingungen kann die aus technischer Sicht als notwendig erachtete Entwicklung erst in 40-50 Jahren verwirklicht werden. Nimmt man an, daß auf die der Welt im Jahre 1997 vorgekommenen außerordentlichen Schä­den natürlichen Ursprungs eine Jährlichkeit von 2 Jahren (d.h. eine Wahrscheinliehkeit von p=0,5) hatten, erhält man die in Tabelle II ausgewiesenen empirischen Werte. Zwar wurden bei der Zusam­menstellung dieser Tabelle auch die Meeresfluten zu den Hochwässern gezählt, steht fest, daß die Schaden- und Risikowerte in jeder Spalte diejenigen der Hochwässer sind. Tabelle III faßt, unter Verwendung der zugänglichen ausländischen Schadenwerte, einige kenn­zeichende empirische Werte des Hochwasserrisikos zusammen. In Ungarn sind die über die Hoch­wasserschäden zur Verfügung stehenden alten Daten verhältnismäßig unsicher; so ist es zweckmä­ßiger, die Überflutungsschäden für die periode vor 1950 aus den zu Bild 1 eingesammelten Daten der überfluteten Flächen und den schätzungsweisen spezifischen Schadenfaktoren zu ermitteln. Bei den nach 1 950 stattgefundenen Überflutungen können die aufgezeichneten tatsächlichen Verluste (Überflutungsschäden+Ausgaben für Hochwasserbekämpfung) verwendet und auf das jeweilige GDP des Landes bezogen werden. Die somit erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle IVausgewiesen. Aus Tabelle IV geht hervor, daß die Hochwasserschutzverhältnisse Ungarns aufgrund der em­pirischen Risikokennzahlen auch internationaler Beziehung als günstig bezeichnet werden können. Ein entscheidender Beitrag dazu waren die großzügigen Maßnahmen der Flußregulierung und des Hochwasserschutzes, im Laufe deren das gegenwärtige Hochwasserschutzsystem des Landes bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts praktisch fertiggestellt und damit die Gefährdung der früheren Flutgebiete wesentlich vermindert wurde. Bei der erfolgreichen Bekämpfung der Hochwässer spiel­ten, außer der ständigen Entwicklung des genannten Systems, das hohe technische Niveau und die vorbildliche Organisation der Bekämpfüngstätigkeit eine wesentliche Rolle. Infolge des Ausbaus des Hochwasserschutzsystems und der technischen Entwicklung der Bekämpfungsmaßnahmen ist das wirtschaftliche Risiko in erheblichem Maße zurückgegangen und die Gefährdung von Menschenle­ben wurde praktisch eliminiert. In den geschützten Gebieten nahm jedoch die Bevölkerungszahl so­wie die Akkumulierung der wirtschaftlichen Güter rasch zu. Da die Verstärkung der Schutzlinien dahinter zurückblieb, hat das wirtschaftliche Risiko der Überflutung wieder allmählich zugenom­men, so daß sein Wert heutzutage höher liegt, als vor dem Ausbau der Schutzlinien. Eine auf Risiko-Basis erfolgende Erwägung der Lage des Hochwasserschutzes bedeutet, daß bei den Entscheidungen, neben der technischen Sicherheit, auch die wirtschaftlichen und sonstigen Folgen berücksichtigt werden. Aus den durchgeführten Analysen können die folgenden wichtigeren Schlußfolgerungen gezogen werden: Unter den infolge Naturphänomena auftretenden Schadenereignissen gehen die Hochwässer — sowohl in Ungarn als in aller Welt - mit dem höchsten persönlichen und wirtschaftlichen Risiko einher. — Seit dem Ausbau des Hochwasserschutzsystems haben die Hochwässer in Ungarn kein Menschenleben gefordert. — Das^Überflutungsrisiko kann vermindert werden, wenn die Wahrscheinlichkeit des Zugrun­degehens der Hochwasserschutzanlagen und/oder daß Ausmaß des im überfluteten Teil des Schutzgebietes auftretenden Schadens herabgesetzt werden kann. — Die Ermittlung eines „akzeptablen Risikos" kann im Laufe eines Mehrkriterien-Ents­cheidungsprozesses stattfinden, in welchem - außer den wirtschaftlichen Charakteristi­ka und den Kostenauswirkungen — auch die Gefährdung des menschlichen Lebens und der menschlichen Gesundheit, die Gesichtspunkte des Umwelt- und Naturschutzes, die Bedingungen des Verteidigungswesens sowie die internationalen Abkommen berück­sichtigt werden müssen.

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