Vízügyi Közlemények, 1998 (80. évfolyam)
2. füzet - Kumánovics György: Karsztvízgazdálkodás a Dunántúli-középhegységben
242 Kumánovics György 1950er Jahre war die gesamte Schüttung der Quellen noch etwa 60% der das Karstsystem verlassenden Wassemicnge (Bild I). Bis zum Anfang der 1960er Jahre entstanden diejenigen Zentren des Bergbaus (Bild 2), denen zufolge in den darauf folgenden Jahren im ganzen Gebiet des TMG eine Senkung des Karstwasscrspiegels entstand. In Bild 1 können — aufgrund der Daten des im Forschungszentrum für Wasserwirtschaft (VITUKI) entwickelten TMG-Modells - die natürlichen und künstlichen Anzapfungen des TMG von 1951 bis heute verfolgt werden. Aus Bild 1 geht hervor, daß die durch den Bergbau wesentlich beeinträchtigte Periode (etwa von 1961 bis 1991 ) zwcckmäßigervveise in zwei Abschnitte zu unterteilen ist: — vom Anfang der 1960er Jahre bis zum Annfang der 1970er Jahre, wofür ein steiler Anstieg der Bergbauwasserentnahme sowie der Mangel einer Kontrolle seitens der Wasservorratswirtschaft kennzeichnend war; — die zweite Periode ab Anfang der 1970er Jahre, während welcher die relative Zunahme der Bergbauwasserentnahmen nachläßt und eine Kontrolle durch die Wasservorratswirtschaft in zunehmendem Maße zur Geltung kommt. Vergleicht man im TMG die lOjähigen mittleren Wassemmengen der „Wasserentnahmen" mit denjenigen der „Einnahmen" (Einsickerung+adventive Zusickerung) — von 1951 bis 1960: 550 m /min, von 1961 bis 1970: 610 nvVmin (Bild I) — so geht daraus hervor, daß die sich dynamisch entwickelnden Bergbauwasscrentnahmen (Bild 3) bereits ab erste Hälfte der 1960er Jahre eine entscheidende Rolle in der Wasserwirtschaft des TMG gespielt haben. Im TMG wurde mit den Karstwasserstand-Beobachtungen erst später, als mit den Quellenbcobachtungen begonnen, so daß am Anfang der 1960er Jahre die raumbezogenen Informationen noch recht spärlich waren. Der Bergbau selbst hat, unter Verwendung eigener Messungen, die als erste regionale Bewertungen zu betrachtenden Wasserstandskarten in den Jahren 1966 und 1967 erstellt. Der wasserwirtschaftliche Dienst hat zwischen 1967 und 1970 den Ausbau des Beobachtungsnetzcs der Karstwasserstände begonnen. Bei der Bestimmung der Punkte der Bcobachtungsbrunnen wurden, außer den herkömmlichon geologischen Methoden, auch diejenigen der Luftaufnahme-Interpretation und der Oberfächen-Geophysik verwendet. Das im heutigen Sinne genommen zeitgemäße, für die Beobachtung regionaler Auswirkungen geeignete Meßnetz steht seit Anfang der 1970er Jahre zur Verfugung. Die ersten Grundwasser- und Druckniveau Karten wurden im Forschungszentrum für Wasserwirtschaft (VITUKI) im Jahre 1969, undzwar für die Situation des 1 Jänner 1968 sowie für die rekonstruierte Lage von 1958 erstellt. Die Daten der im TMG in den 1950er Jahren und heutzutage durch die wasserwirtschaftlichen Organe betätigten Quell- und Wasserstand-Meßstationen sind in Tabelle I zusammengefaßt. Der zeitliche Gang der Quellschüttungen und der Wasserentnahmen für Wasserversorgung wird in Bild 4 gezeigt. Bis zum Anfang der 1970er Jahre wurden im Gebiet des TMG die meisten bedeutenden Wasserentnahmen in Betrieb gesetzt (Bild 1). Nach Einstellung des Bergbaus werden sich nun die einst an Quellen reichen Gebiete (z.B. Tapolcafö, andere Teile des Beckens von Tapolca) allmählich regenerieren : sie werden auf diese Weise also auch nachträgliglich nützliche Informationen liefern. Tabelle II zeigt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, einige der bekannteren Fälle. Infolge der Rückentwicklung des Bergbaus bzw. der ab 1990 stattgefundenen Bergwerksperrungen ist heute die Belastung der Karstwässer des TMG wesentlich geringer (Bilder / und 3). Die Daten von Tabelle III zeigen eindeutig diese Tendenz des Karstwasserhaushalts. Von 1990 bis 1995 lag die durchschnittliche Erhöhung des Kartswasserspiegels unter den unbedeckten Karstgebiete des TMG bei etwa 2 m. Infolge der ab 1990 stattgefundenen Bergwerksperrungen hat sich auch die Bewirtschaftung der Obcrflächcnwasserdargebotc erleichtert. Andererseits kam es, infolge des Rückganges finanzieller Mittel, zu Störungen auf dem Gebiet der Beobachtungen und Forschungen.