Vízügyi Közlemények, 1987 (69. évfolyam)
3. füzet - Joó Ottó-Déri Lajos-Laki Ferenc: A Kis-Balaton védőrendszer építése
A Kis-Balaton védőrendszer építése 353 Bauarbeiten am Wassergüteschutzsystem Klein-Balaton von Dr.-Ing. Ottó JOÓ, Dipl.-Arch. Lajos DÉRI und Dipl.-Arch. Ferenc LAKI Der größte warme See Mitteleuropas ist der Balaton. Seine Wasseroberfläche erstreckt sich auf rd. 600 km 2, sein Wasservolumen liegt bei 2 km 3. Die Fläche seines Einzugsgebiets beträgt annähernd 6000 km 2. Es ist ein bekanntes Erholungsgebiet. Während der Spitzensaison im Sommer befinden sich fast 1 Million Leute am Ufer des „ungarischen Meeres". Bild 1 läßt erkennen, daß das Seewasser Anfang der 70er Jahre unseres Jahrhunderts eutroph wurde. Laut der Ergebnisse der jahrzentelang durchgeführten Messungen und Forschungen gelangen jährlich rd. 300 Mg Phosphor, 3000 Mg Stickstoff und 30 000 Mg Schwebstoffe in das Seewasser. Diese Stoffe sind größtenteils diffusen Ursprungs. Entlang der Mündungsstrecke des Zala-Flusses, im sumpfigen Gelände namens Klein-Balaton ( Bild 4) werden, im Interesse des Wassergüteschutzes des Balaton-Sees, zwei künstliche Seen: einer mit 20 km 2 Wasserfläche und der zweite mit 50 km 2 Wasserfläche, erbaut. Sie haben die Aufgabe, die vom Zala-Einzugsgebiet anfallenden und etwa ein Drittel bis Hälfte der Gesamtbelastung ausmachenden Verunreinigungen vom See in bestmöglichem Grade fernzuhalten ( Bilder 2 und 3). Die Verfasser beschreiben Entwurf und Bauarbeiten dieses Wassergüteschutzsystems sowie die Bewirtschaftung des 1985 fertiggestellten kleineren künstlichen Sees. Zur Ermittlung der Wasserklärung sowie der auf den Balaton-See und die Umgebung ausgeübten Auswirkungen werden vielseitige Untersuchungen durchgeführt. Bilder 14 und 15 beweisen, daß während der Jahre 1985 und 1986 drei Viertel der anfallenden Schwebstoffmenge, eine Hälfte des Phosphors und ein Drittel des Stickstoffs im bereits fertiggestellten kleineren Speicher zurückgehalten wurden. Laut Bild 16 wird es die Aufgabe der zweiten Ausbauphase sein, die in den Balaton-See gelangende Belastung noch weiter beträchtlich zu verringern. Zum Schluß stellen die Verfasser fest, daß das Wassergüteschutzsystem seine Aufgabe erst dann richtig löst, wenn es die Zurückhaltung der vom Einzugsgebiet in den See gelangenden äußeren Belastung, am Ort ihrer jeweiligen Enstehung, ohne Beeinträchtigung der Beschaffenheit des Balaton-Wassers ermöglicht und gleichzeitig nach Möglichkeit auch die innere Belastung des Sees vermindert, um die Eutrophierung abzuschaffen. Die Lösung dieser Aufgaben benötigt jedoch weitere 20 bis 25 Jahre.