O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 21. (Budapest, 1982)
Dely, O. Gy. ; Stohl, G.: Pileusbeschilderung und phylogenetische Beziehungen innerhalb der Lacertiden 85-110. o.
froQtalia voneinander trennend - berührt mit einer kürzeren oder längeren Naht das Frontale. (Früher bei Lacerta vivipar a als Typ "G M * bezeichnet.) (Tafel IV: Abb. 30) Typ "CIB": Der aboralwärts vorwölbende hintere Rand des Rostrale berührt die Vorderkante des Internasale mit einer kürzeren oder längeren Naht, aber wenigstens in einem einzigen Punkt. Durch diesen "Fortsatz" des Rostrale werden die beiden Supranasalia voneinander vollständig getrennt, manchmal aber berühren sie sich in einem Punkt. Das einheitliche Internasale trifft mit einer längeren oder kürzeren Naht aboralwärts auf das Frontale, wodurch die beiden Praefrontalia voneinander getrennt werden. (Bei Lacerta vivipar a früher als Typ "F' * bezeichnet.) (Tafel IV: Abb. 31) Ein Vergleich der Kopfbeschilderung von mehreren Lacertidae-Arten scheint darauf hinzudeuten (Tabelle 2), dass es fiir sie ein Grundtyp der Kopfbeschilderung existiert, und zwar der Typ "AI". Wie sehe» erwähnt wurde, steht dieser Typ jener theoretisch postulierbaren primitivsten Anordnungsform am nächsten, die sich für die Lacertiden überhaupt vorstellen lässt. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass diese Anordnungsform der Kopfschilder - ausser den Lacertiden - auch für andere Eidechsen-Familien als Grundtyp gelten würde. Und den theoretischen Erwartungen gemäss erwies sich dieser Kopfbeschilderungstyp tatsächlich am häufigsten. Er ist bei der Mehrzahl der von uns untersuchten Lacert a-Arten in hoher Prozentzahl vorhanden. Bei einigen Arten erreicht seine Häufigkeit sogar 100%, wie bei Lacerta erhardi rivet i (N = 43), L. meliaellensi s (N = 12), L. lilford i (N - "5) und L. hlspanlc a (N = 4) In unserem Unter suchungsmaterial. Bei der Mehrzahl der untersuchten Arten erweist sich aber die Häufigkeit des Typs "Ar 1 niedriger. So. z.B. kann bei Lacerta rudi s dieser Typ nur in der Kopfbeschilderung von 57,16% der Tiere nachgewiesen werden, bei Lacerta murali s im Pileus von 44,13% der Exemplare. Mit etwas niedriger Häufigkeit scheint dieser Typ auch bei Lacerta mixt a vorkommen: 40%; es darf aber nicht ausseracht gelassen werden, dass diese Art möglicherweise aus der Hybridisation zweier Arten, Lacerta derjugin i und L. saxicola parvul a hervorgegangen war (DAREVSKY 1967 b, UZZELL & DAREVSKY 1973). Im Falle von Lacerta caucasic a zeigte diesen Typ ("Ar') nur ein Viertel (25%) der untersuchten Exemplare in ihrer Kopfbeschilderung, während bei L. oxycephal a dieser Typ vollkommen fehlte (es muss aber sogleich hinzugefügt werden, da3S die Zahl der untersuchten Tiere ziemlich niedrig war). Was-nun die Zahl und Häufigkeit der neben dem Grundtyp "Ar 1 auftretenden Beschildungstypen betrifft, so liess es sich feststellen, dass bei der sich parthenogenetisch fortpflanzenden Lacerta armeniac a (DAREVSKY & DANIELYAN 1968, DAREVSKY, KUPRIYANOVA & BAKRADZE 1978) nur ein einziger abweichender Typ auftrat, der Typ "AI3", dessen Häufigkeit 20% betrug. (Es muss jedoch zugegeben werden, dass die Zahl der für eine orientierende Untersuchung herangezogenen Tiere sehr gering war, 5.) Ähnliche Verhältnisse zeigte die Art Lacerta lepid a (N = 2), bei der neben "AT' nur der Typ "CT 1 gefunden werden konnte. Etwas grösser ist die Zahl der vom Grundtyp abweichenden Beschilderungstypen, und zwar 3, bei der schon erwähnten Lacerta mixta . Bei den Arten Lacerta murali s und L. tauric a erhöht sich die Zahl der neben dem Grundtyp ("AI") auftretenden Beschilderungstypen auf 6, bzw. 7. Ein wesentlicher Unterschied macht sich zwischen den beiden Arten darin bemerkbar, dass während bei L. tauric a der Grundtyp "AT' weiterhin dominierend geblieben ist (86,56%), wird er bei L. murali s zurückgedrängt, und seine Häufigkeit erreicht nur 44,13%. In höchster Zahl wurden in der Kopfbeschilderung bei drei Arten: Lacerta agilis, L. vivipara, und L. viridi s von dem Grundtyp "Ar' abweichende Typen gefunden, und zwar bei L. agili s 10, bei L. vivipar a 11 und bei L. viridi s 12, womit für letztgenannte Art die höchste Zahl der Kopfbeschilderungstypen bezeichnend geworden ist. Trotz der Zunahme der Zahl der neben dem Grundtyp auftretenden Typen, zeichnet er sich noch immer durch eine grosse Häufigkeit aus. Bei Lacerta agili s beträgt die Häufigkeit des Grundtypes "Ar' 82,92%, bei L. vivipar a 73, 54% und L. viridi s 79,30%. Die erhöhte Variation der Beschildung des Pileus - wenigstens in unserem Untersuchungsmaterial - lässt sich bei der lebendgebärenden und von den meisten Lacerta-Arten durch eine abweichende Wasser- und Thermogerulation charakterisierten Lacerta vivipar a damit erklären, dass diese Art in südlicheren Gebieten ihres Areals in mehr oder weniger isolierten, kleinen Beständen lebt. Die grosse Variabilität der Kopfbeschilderung bei den Arten L. agili s und L. viridi s scheint aber - auf den ersten Blick - in krasser Widerspruch zu den oben angeführten zu stehen. Im Zusammenhang damit soll jedoch darauf hingewiésen werden, dass die tatsächlich existierenden Fortpflanzungsgemeinschaften sich auch bei diesen Arten nur aus wenigen Individuen aufbauen. Die Art L. viridi s bewohnt bei uns in Ungarn vor allem die Randgebiete der Waldungen, die schon aus