O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 11/1-2. (Budapest, 1969)

Boros, I. ; Dely, O.: Einige Vertreter der ungarischen Zoologie an der Wende des 19.-20. Jahrhunderts und die wissenschaftshistorische Bedeutung ihrer Tätigkeit 3. István (Stephan) Bolkay (1887-1930) 33-126. o.

sind 27 tropisch oder subtropisch; von mehr als 2000 ihrer be­kannten Arten sind 80 i<> Bewohner der Tropen - auch die Mehrzahl der Ran a-Arten - und bloss je 10 % lebt in der nördlichen bzw. 107 südlichen gemässigten Zone. Die meisten Cauda t a-Art en bewoh­nen zwar die nicht zu grossen Temperaturschwankungen ausgesetzten gemässigten Gebiete, aber die in den Tropen lebenden Ausnahmen berechtigen die Annahme, dass die Kältetoleranz dieser Tiere nicht eine vererbte Anpassung, sondern nur eine entsprechende potenzielle Fähigkeit zur Anpassung ist. Deswegen ist ihr Ur­sprung aus den Tropen und eine von da ausgehende adaptive Ra­108 diation nicht ausgeschlossen. Dies verwahrscheinlicht auch der Umstand, dass bei den rezenten gliederlosen Amphibien ( Gymnophion a) , - die ihre Beine nur se­kundär verloren haben und von denen 19 Gattungen mit 55-56 Ar­ten ausgesprochen in den Tropen leben - und die Schwanzamphi­bien, den bisherigen Feststellungen nach, von einem gemeinsamen Stamm herkommen; es ist anzunehmen, dass sie sich im Oberen­Trias getrennt haben, als der grösste Teil der nördliche Halb­109 kugel trocken , aber trotz des kontinentalen Klimas, eher warm als kalt war. Auf Grund von pflanzlichen Fossilien folgernd, auch noch über der 70-80° nördlichen Breite, also auch auf Ge­bieten, die weit über dem Polarkreis liegen, war derzeit der jährliche Mittelwert der Temperatur so wie heute in Nord-Ita­lien."^® Dies kann keineswegs periarktisch bezeichnet werden. All diese Tatsachen wiederlegen also die Folgerungen BOLKAYs und beweisen, dass sie für alle Tiergruppen und für ihre ganze Phylogenese im allgemeinen als nicht gültig betrachtet werden können. Das ist hingegen kaum zu bezweifeln, dass im letzten Abschnitt der Phylogenese der Erde und der Tierwelt, am Ende des Pliozäns und während dem Pleistozän, bzw. der Eiszeit, die früher hier lebenden Tiere sich nach Süden verzogen, verstreut haben, und die Wiederbevölkerung der alten Areale im allgemei­nen so verlief, wie das BOLKAY bezüglich der Braunfrösche ange­geben hat. 1 1^ Aber seine Theorie, die führende Rolle der nörd­liche Halbkugel als Zentrum der Evolution - nicht so sehr auf

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