Gábor Eszter: Die Andrássy Straße - Unser Budapest (Budapest, 2002)

graziöse Stiege im Erdgeschoß wurde abgetragen und in den 1990er Jahren durch eine weniger anmutige neue ersetzt. (Zur Geschichte des Gebäudes gehört auch, daß das ursprünglich 462 Quadratklafter große Grundstück 1896 geteilt wurde und auf die nicht ganz 200 Quadratklafter zur Délibáb utca hin Rezső Ray jun. eine moderne, zweistöckige Mietvilla im Sezessionsstil baute, die innen in ihrer Aufteilung der ursprünglichen Villa fast identisch war.) Auf dem Grundstück Andrássy út 107 steht am Ort der im Krieg zugrunde gegangenen Villa ein zu Beginn der 1960er Jahre gebautes Gemeinschaftshaus. Zur gleichen Zeit wurden ähnliche Gemeinschaftshäuser in der Andrássy út 117 und 122 gebaut. In der Andrássy út 111 steht das von Alfréd Hajós entworfene Hotelmietshaus mit der Hauptfassade zur Munkácsy Mihály utca hin. Es wurde etwas verändert. Auf dem Grundstück war ursprünglich 1880 nach Plänen von Zsigmond Quittner das Knabenwaisenhaus der Pester Israelitischen Glaubensgemeinde gebaut worden. Das einstöckige Waisenhaus hatte (mit bloß vier Lehrsälen, vier Schlaf­sälen und einigen Dutzend beigefügten Räumlichkeiten) essentiell die gleiche Form und Ausdehnung wie das 1937 an seine Stelle gebaute Boarding house, d. h. Hotelmietshaus. (Es kann sein, daß das neue Gebäude auf den Grundrissen des alten errichtet wurde.) Das Boarding house war ein zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland, vor allem in Berlin beliebter Gebäudetyp, welcher dort Einküchenhaus genannt wurde. Darin befanden sich selbständige kleine Wohnungen — im gegebenen Fall 34 Einzimmer- und 8 Zweizimmerwohnungen ■ Boardinghouse (Andrássy út ill)

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