Prohászka László: Der Donaukorso - Unser Budapest (Budapest, 1998)

und die Kettenbrücke in festlichem Licht und erfreuten die Spaziergänger am Donaukorso. Erwähnenswert ist, daß das innere Leben der Hotels und das Leben des Korsos nicht im Gegensatz zueinander standen, jedoch auch nicht identisch waren. Die Gäste des Grandhotels Hungária oder des Donaupalastes waren aus­gesprochen reiche, meist in Luxus lebende Leute. Ein Durchschnittsmensch konnte es sich kaum erlauben, in den Restaurants der Hotels zu Mittag oder zu Abend zu speisen. Der Gästekreis der Bierstuben oder Cafés war da schon etwas breiter. In den Korbsesseln der Kaffeehaus­terrassen hingegen konnte jedermann stundenlang bei ei­nem Kaffee oder Glas kaltem Mineralwasser sitzen. Eine Besonderheit des Korsos bildeten die dicht bei­einander stehenden Buchwald-Stühle (auf dem Platz vor der Redoute sogar in acht bis zehn Reihen). Den unifor­mierten Fräuleins der Firma Buchwald zahlte man für de­ren Gebrauch einige Fillér und konnte bei schönem Wetter hier stundenlang sitzen. „Ganz Pest“ konnte man auf dem Korso finden. Von den feinsten Damen bis zu den mittellosen Musikstudenten, die ans Geländer gelehnt dem Violinenspiel von Imre Ma- gyari lauschten. Ehrbare Herren beim Nachmittagsspa­Die Széchenyi-Kettenbrücke, die Matthiaskirche und die Fischerbastei in Festbeleuchtung (vom Korso aus gesehen), Ende der 1930er Jahre 31

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