Adamkó Péter - Dénes György - Leél-Őssy Szabolcs: Die Höhlen von Buda - Unser Budapest (Budapest, 1992)

führt wurden, gebessert. Untersuchungen haben ergeben, daß die Luftreinheit, trotz der Besucher und der Tropfwasser- verseuchung, sogar die westlichen Normwerte für sterile Ope­rationssäle übertrifft! Die Forschungen werden in der Höhle und in ihrer Umge­bung nach wie vor fortgesetzt. Im Jahre 1986 wurden in der Nähe Spalten entdeckt, die einen Luftzug aufweisen. Noch im selben Jahr gelang des Eindringen in die kleine, verstopfte Höhle der Zsindely-Straße. Die Forscher hoffen, daß diese Höhle nach ihrer vollen Erschließung zu den noch unbekannten Teilen der Szemlö- hegyi-Höhle führen wird. Die Entdecker der Höhle im Jahre 1930 waren Dr. Hubert Kessler und András Futó; siet der fünfziger Jahre Gyula Hégráth, Dr. György Dénes, János Palánkai und ihre Mitar­beiter; später die Vereinsmitglieder der Naturfreunde von Kinizsi und Meteor. Die Kartenaufnahme und die Vermes­sungen wurden von Dr. Hubert Kessler und dann von János Horváth vorgenommen. Rundgang in der Höhle Der ursprüngliche Eingang wird heute nicht mehr benutzt. Die Besucher erreichen den Ferencvárosi-Abschnitt von der Pusztaszeri-Straße her über ein modern ausgebautes Emp­fangsgebäude, das mit einer Ausstellung, einem Filmvorfüh­rungsraum, einem Büfett und einer Garderobe ausgestattet ist und über einen 60 m langen, künstlichen Abfallschacht. An der Decke des schönen, mit gelösten Gebilden ge­schmückten Saales hängt ein präparierter Kalzitgang, der an beiden Seiten reichlich von Erbsensteinen bedeckt ist. Gegen­über dem Eingang führt ein schmaler Gang zum Tonigen Korridor. Von hier aus gelangen wir über den einige Meter langen künstlichen Durchbruch ans Ende des Langen Korridors. Der schmale, sich schlängelnde Gang führt nach oben in den Schutt-Saal, wo wir neben den Erbsensteinen auch auf inter­essante Kalzitplatten-Gebilde stoßen. Durch einen kleineren Engpaß erreichen wir den kleinen, aber umso schöneren Mariensaal. Hier sieht man an der gegenüberliegenden Seite in drei Metern Höhe eine enge Öffnung, das Nadelöhr. Wenn wir weitergehen, erreichen wir den einzigen intakt belassenen Abschnitt des Langen Korridors, der einige Meter lang ist. 28

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