Adamkó Péter - Dénes György - Leél-Őssy Szabolcs: Die Höhlen von Buda - Unser Budapest (Budapest, 1992)
geben und kann seither besucht werden. Anläßlich des 1927 in Ungarn veranstalteten ersten internationalen Kongresses der Höhlenforscher wurden die freigegebenen Abschnitte der Höhle mit elektrischer Beleuchtung versehen. Der Zweite Weltkrieg hat auch diese Höhle nicht verschont. Infolge der leichten Zugänglichkeit und des großen Fassungsvermögens wurde sie als Luftschutzkeller benützt. Nach dem Krieg, als sich niemand um die Höhle kümmerte, sind an den Formationen schwere, irreparable Schäden entstanden. Die Höhle wurde erst nach vielen Jahren, nachdem das Beleuchtungssystem wiederhergestellt worden war, für das Publikum freigegeben. 1975 erfolgte in dem den Witterungseinflüssen am meisten ausgesetzten Eingangabschnitt ein geringer Steinsturz. Dann war die Höhle bis zur Fertigstellung der Deckenstützen des Lóczy-Saales für Besucher wieder gesperrt. Die Länge des erschlossenen Abschnittes der Höhle betrug fast acht Jahrzehnte lang kaum mehr als 1 Kilometer. Im Dezember 1980 entdeckten Höhlenforscher — dem Luftzug folgend — hinter dem Theatersaal neue Gänge und binnen einiger Wochen verdoppelten sie die Länge der bekannten Gänge. Seitdem ist kaum ein Jahr ohne Neuentdeckungen vergangen. ln der Höhle wurden mehrere untertägige Forschungslager veranstaltet. 1991 betrug die Länge der Päl-völgyi-Höhle fast sieben Kilometer. Somit ist diese Höhle nicht nur die längste Höhle des Budaer Gebirges, sondern nach der 25 km langen Baradla-Höhle und der etwa 8 km langen Béke-Höhle (Friedenshöhle) zur drittlängsten Höhle üngarns geworden. Inzwischen fanden hier über mehrere Jahrzehnte auch wissenschaftliche (geologische und biologische) Untersuchungen statt. Zur Zeit ist die Päl-völgyi-Höhle eine der am vorbildlichsten erforschten und dokumentierten Höhlen unseres Landes. Zum Schutz der wertvollen Gebilde wurden in den neu entdeckten Abschnitten Pfade abgesteckt, die sogar von den Forschern nicht verlassen werden dürfen. Die Höhle wurde von Pál Kornél Scholtz, Károly Jordán und dem Touristenverein Pannonié in den achtziger Jahren, dann von den Mitgliedern der Gruppe Imre Gábor Bekey unter der Leitung von Attila Kiss erschlossen. An der Kartenaufnahme beteiligten sich Dr. Ottokár Ka- die und bei den seit 1980 erschlossenen Abschnitten József Kárpát und Frau Takács Katalin Bolner. 14