Várnagy Zoltán: Stadtverkehr - Unser Budapest (Budapest, 1994)
otinkend und rauchend rollt die Autolawine von morgens bis abends durch die Straßen Budapests, ln den meisten Wagen sitzen ein oder zwei Personen und fluchen über die Stadt, den Verkehr, die Selbstverwaltung der Hauptstadt, die Regierung - über jeden, nur nicht über sich selbst. Dabei könnten sie ihr Ziel meist schneller mit der Metro, der Straßenbahn oder dem Autobus erreichen. Es ist schon fast eineinhalb Jahrhunderte her, daß wir zuerst mit der Pferdebahn, dann dem Omnibus und später mit den auch heute noch verwendeten Verkehrsmitteln fahren konnten. Die Romanschriftsteller fantasieren von allerhand Verkehrsmitteln, von der am Rücken des Menschen angebrachten Rakete, bis zu in Kanalsystemen gleitenden Kabinen oder fliegenden Autos, ln den von Staub, Kohlenmonoxid und Smog bedrohten Großstädten scheint sich im 21. Jahrhundert wieder die Elektrische als das wichtigste Massenverkehrsmittel abzuzeichnen. Dies beweist auch die Tatsache, daß 1993 sogar in New York neue Straßenbahnlinien gebaut wurden. Es lohnt sich also zu erfahren, wie der Massenverkehr von Budapest begann, wie er sich weiterentwickelte und welche Rolle dabei die gelbe Straßenbahn gespielt hat. RATHAUS