Várnagy Zoltán: Stadtverkehr - Unser Budapest (Budapest, 1994)

Schiffsverkehr auf der Donau Spazieren wir im Sommer ans Donauufer, so werden wir nebeneinander die Anlegestellen der Ausflugsschiffe sehen. Suchen wir hingegen nur ein einfaches Überfahrtsschiff, frü­her Propeller genannt, mit welchem wir von Pest nach Buda hinüber könnten, oder auf die Margareteninsel, so werden wir immer seltener Glück haben. Dabei sang man noch vor knapp vierzig Jahren: Servus, Wasserbus, über die Donau kreuzt du da, Verbindest Pest und Buda. So abenteuerlich wie damals, als Fährleute in kleinen Kähnen die Leute von einem Ufer zum anderen beförderten, wird es wohl nie mehr werden. Im 18. Jahrhundert war bei Jenő auf der Margareteninsel (damals Haseninsel) der Verkehr so groß, daß es sich auszahlte die Überfahrt zu verzollen. Zwei Drittel des Fährenzolls bekam das Kloster der Insel, ein Drittel das Budaer Hochstift. Die Fährleute wagten die Überfahrt sogar bei Eistreiben - wenn der Passagier entsprechend zahlte - doch ein solches Unterfangen war nicht ungefährlich. Im 17.-18. Jahrhundert gab es auch schon „fliegende Brücken“, d. h. Fähren, welche an in der Mitte des Flusses durch Anker befestigten Seilen von einer Seite des Flusses zur andern wie ein Pendel hinüberschwangen. 1820 wurde die erste Erlaub­nis für Dampfschiffüberfahrten gegeben. Diese Linie unter­hielt Antal Bernhard mit einem Schleppkahn, der von der Carolina, einem selbst entworfenen und gebauten Schiff gezo­gen wurde. Das Schiff fuhr zweimal täglich, morgens und abends, von der Schiffsbrücke (heute Vigadó tér) ab, hielt am Bomba (Batthyány) tér und beim Kaiserbad und fuhr bis Óbuda. Tagsüber gab es verkürzte Fahrten, die beim Kaiser­bad umkehrten. Dieses Unternehmen brachte keinen Profit ein und wurde nach einigen Jahren auch eingestellt. Die zum Bau der Kettenbrücke ins Leben gerufene Aktiengesellschaft bekam das Recht der Zolleinnahme für jede Art der Überfahrt. Die 1836 am 20. November in Kraft tretende Vereinbahrung besagte: „Weder Schiff, noch Fähre, noch Kahn, noch Dampfschiff, noch jedes anderes benannte Übergangsmittel an der Grenze der beiden Städte als Übergang von einem Ufer zum anderen benützt, darf ohne Erlaubnis der Aktiengesellschaft gegen Entgelt übersetzen.“ Obwohl der Vertrag nicht hundert Jahre gültig blieb, so erschwerte er doch die Übergangsschiffahrt von einem Ufer zum anderen. 1844 eröffnete János Girczy in Pest eine Schiffslinie zwischen dem Bomba tér und Óbuda. Auf die „Hoffnung“ konnten bis zu 150 Fahrgäste einsteigen. Noch 40

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