Várnagy Zoltán: Stadtverkehr - Unser Budapest (Budapest, 1994)

dann von 1934 an blau. Zu Beginn der dreißiger Jahre schlos­sen sich die Großtransport-Gesellschaften zusammen und strichen ihre Wagen grau an. So rangen bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Grunde genommen zwei Gesellschaf­ten um die Fahrgäste, die Grauen und die Blauen. Die „Dro­sten“ waren ein Privilegium der Grauen, blaue Taxis durften sich da nicht einstellen; dafür zeichneten sich die Blauen durch Schnelle und Flexibilität aus. Während des Zweiten Weltkrieges behinderte zuerst Ben­zin-, dann Reifenmangel die Arbeit der Taxis. 1942 begann Auto­taxi die Wagen auf Gasbetrieb umzubauen, doch Ende 1943 wurde auch das Propan-Butan Gas zur Mangelware. Da be­gann man die Erfindung des Schweizers Max Christensen, den Holzkohlengas-Erzeuger einzubauen. Von einem am rückwärtigen Ende des Wagens eingebauten Ofen wurde durch ein Rohr Gas nach vorne in den Motor geführt. Die Reifen wurden mit Stahlplatten ausgebessert, man kann sich vorstellen wie dieses holzkohlenbetriebene Taxi die Budape- ster Straßen entlangratterte. Nach dem Krieg begann man schnell mit der Instandsetzung des Taxiverkehrs. Samu Hal­tenberger verkaufte 1946 die restlichen Aktien des Autotaxi an die CJngarische Landeskraftfahrzeugbetriebs AG um einen monatlichen Lebensunterhalt von 1000 Forint, den er jedoch leider nicht mehr erhielt. Am 4. März 1947 wurde das Autotaxi Nationale Unternehmen MOGÜRT gegründet, das über 122 betriebsfähige Taxis verfügte, unter denen sich auch diejeni­gen der einverleibten Clntemehmen befanden. Damals wurde der Streifen aus kleinen roten und weißen Quadraten als Unterscheidungsmerkmal eingeführt, welches man auch heu­te noch auf den Wagen der Főtaxi sehen kann. 1948 wurden die Privattaxis, die ihren eigenen Wagen fuhren gezwungen, eine Genossenschaft zu gründen, 1949 kam dann die Ver­staatlichung. 1948 gab es 1129 Taxis im Verkehr, 1949 sprachen die Statistiken der Autotaxi nur noch von 638 Wagen. Die Taxi- Situation verschlechterte sich in Budapest immer mehr, ob­wohl 1954 Pobedas und 1958 Moskwitsch und Warszawa Wagen die alten Skodas und 1946 gekauften Renaults ersetz­ten. Von den sechziger Jahren an bildeten die Fiats, polski Fiats und sowjetische Schigulis den Großteil des Fahrzeug­parks. Mit steigendem Lebensstandard wurden auch die Taxis wieder mehr in Gebrauch genommen. 1964 betrug die Zahl der Fahrgäste schon 19,5 Millionen, wobei die Zahl der Wa­gen kaum diejenige der grauen Taxis aus dem Jahre 1938 erreichte. Das Monopol der Autotaxi brach zuerst das Unter­nehmen Volán, als es neben Überlandbussen und Frachten­transport auch Taxis in Betrieb setzte. In den siebziger Jahren arbeiteten auch Mietfahrer ohne Erlaubnis, die Fahrgäste an 38

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