Prohászka László: Reiterstandbilder - Unser Budapest (Budapest, 1997)
in Lebensgröße. Der heilige Georg sticht vom Pferderücken aus den Drachen mit seiner Lanze nieder. Obwohl der Einfluß des Meisterwerkes der Brüder von Klausenburg aus dem 14. Jahrhundert spürbar wird, trägt die Komposition doch individuelle Stilmerkmale. Die gut durchkomponierte Statue erreicht trotz ihrer biederen Ausführung nicht das Niveau der prächtig gestalteten Denkmäler von Vastagh oder Pásztor. Das Reiterstandbild wurde gemeinsam mit der Mehrheit der im Garten der Ludovika befindlichen Kunstwerke entfernt, über ihr weiteres Schicksal gibt es keine genauen Angaben. Die Zeit während des Zweiten Weltkrieges begünstigte die Errichtung großer, kostspieliger Denkmäler nicht. Statt monumentaler Reiterstandbilder in Bronze entstanden - wie in den zwanziger Jahren - billigere oder kleinere Reliefs zum Schmuck von Brunnen. Zu ersteren gehört das Werk der Heilige Georg von Zsigmond Kisfaludi Strobl, das er auf Aufforderung des Staatssekretärs im Ministerpräsidialamt, István Bárczy, anfertigte. Das Relief schmückte die Außenwand des damals als Residenz des Ministerpräsidenten dienenden Sándor- (Alexander)-Palastes im Burgviertel (I. Szent György tér 1-2.). Das Kalksteinrelief stellt in beinahe Lebensgröße den Kampf des Ritters mit dem Drachen dar. Die außerordentlich schwungvolle und dynamische Komposition unterscheidet sich von den früheren Darstellungen darin, daß hier nicht einfach das Gute über das Böse den Sieg erringt; Strobls Werk zeigt den Kampf selbst, eine grimmige Schlacht, wo in Wirklichkeit noch nichts entschieden ist... Während der Belagerung von Budapest 1945 wurde das Gebäude stark beschädigt, es brannte vollkommen aus, der Südflügel war eingestürzt. Jahrelang befand sich das Relief von Strobl auf dem Lagerplatz des Steinbearbeitungsbetriebes, 1989 konnte es an der Nordwand des von außen wiederhergestellten Palastes angebracht werden. Schade, daß man von den engen Gäßchen in der unmittelbaren ümgebung aus das großformatige Relief nicht gut sehen kann - so kommt es nicht entsprechend zur Geltung. Auf dem Szabadság tér in Pest wurde 1940 der moderne Gebäudekomplex des Zentralen Geldinstitutes fertiggestellt. Die Hauptfassade des Bürohauses, das von László Lauber und István Nyíri entworfen worden war, wird von dem Relief Winzerfest des ungarischen Künstlers Ferenc Medgyessy geschmückt. Auf dem großformatigen Relief (3,5 Meter hoch und 10,3 Meter lang) aus Haraszter Kalkstein sind Winzer in ungarischer Tracht zu sehen. Der 45