Meskó Csaba: Heilbäder - Unser Budapest (Budapest, 1998)

Das Sáros fürdő (Schuwmbad) um 1880 stand dicht an der Felsenwand des Berges, unter der Höh­le. Außer dem großen Gemeinschaftsbad gab es drei Steinwannenbäder und acht Wannenbäder. Das Becken des Gemeinschaftsbades schloß sich unmittelbar an die Einfassung der hervorbrechenden Quellen an. Auf dem Boden und an den Wänden des Beckens mit hellblauem, klarem Wasser lagerte sich der berühmte, mit dem Quell­wasser hervorsprudelnde, feine Quellschlamm ab. Die Ein­richtung war ziemlich primitiv. Das Gemeinschaftsbad wurde durch eine Bretterwand in zwei Teile geteilt, der eine Teil war für die Frauen, der andere für die Männer be­stimmt. 1832 dann baute man ein wahres Schloß an diesen Ort. In dem Gemeinschaftsbad konnten gleichzei­tig zweihundert Besucher baden. 1894, als mit dem Bau der Franz-Joseph-Brücke - der späteren Freiheitsbrücke - begonnen wurde, konfiszierte der Staat das alte Badegebäude und ließ es abreißen. 1902 erwarb es die Hauptstadt von der Staatskasse und begann mit der Zusammenstellung des Bauprogramms für das neue Bad. Für den Entwurf des Bades wurde eine öffentliche Ausschreibung durchgeführt. Der Bau des heutigen Gellért-Bades begann 1911, und die Übergabe - unter dem Namen Hotel und Heilbad Gel- lért - fand am 26. September 1918 statt. Die Pläne stammten von Artúr Sebestyén, Armin Hegedűs und Izidor Sterk. Wenn man von der Brücke her kommt, bietet das Ge­bäude im Stil des späten Jugendstils mit seiner Kuppel von barocker Linienführung einen überwältigenden Anblick. Der Eingang zum Hotel liegt auf der Seite zum Gellért tér. An beiden Seiten der Fassade befinden sich Reliefs von Aladár Gárdos. 39

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