Szatmári Gizella: Das Burgviertel - Unser Budapest (Budapest, 2001)
túrig. 1848 war er Organist des Pester neologen jüdischen Tempels. Er hat zahlreiche auf Ungarn bezogene Werke geschrieben: zwölf Tondichtungen mit dem Titel Visegrád, des Weiteren Improvisationen mit dem Namen Au tombeau du comte Széchenyi, bzw. nach Versen von József Bajza.) Musikalisch berühmt ist auch das Haus Tárnok utca Nr. 10: hier wurde der Violinist Károly Matyéka geboren, Leiter der Philharmonischen Gesellschaft von Kronstadt (Brassó, Brasov). (Das Haus ist mit dem Gebäude Uri utca Nr. 9 zusammengebaut.) Am Ort der heutigen Schule (Tárnok utca Nr. 9-11) stand früher ein Eszterházy-Palast. Auf der Südhälfte des Grundstücks, am Friedhof der Liebfrauenkirche (Matthiaskirche), stand im 14. Jahrhundert eine Sankt-Ladislaus- Kapelle. Eine Urkunde aus dem Jahre 1334 bezeugt ihre Existenz. Das moderne Wohnhaus Nr. 13 umgibt ein gotisches Erdgeschoß mit Sitznischen. Das Haus Nr. 14 schmückte ursprünglich mittelalterliche geometrische Malerei; die Hausnummer „114“ über dem kleinen Fenster deutet auf den Umbau im Jahre 1750. Glück im Unglück war es, daß infolge der Kämpfe und Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs die mittelalterlichen Mauerreste zum Vorschein kamen. Auf diese Weise konnte der ursprüngliche Zustand des Gebäudes aus dem 14. Jahrhundert wieder hergestellt werden. Das Erdgeschoß schmücken Arkaden, der erste Stock ruht auf flachen Ziegelbogen. An der Ecke der Anna utca steht das Gebäude der alten Stadtapotheke, dessen Fundament auch aus dem Mittelalter stammt. An seiner Fassade zur Tárnok utca hin (Nr. 18) befindet sich in einer gemalten Skulpturennische eine Madonna von Margit Kovács. Besitzer des Hauses war 1712 der Arzt Lőrinc Stockher, 1745 dann der Apotheker József Rettig. Die Spuren der spätbarocken Umbauten bewahrt nur noch ein einziger Türrahmen, an der Front zur Anna utca hin kann man jedoch noch eine größere und eine klienere eingemauerte gotische Türe sehen. Heute befindet sich hier das Apothekenmuseum. Vor dem Haus steht, nahe der Mündung der Balta köz, die Brunnenstatue von Pál Pátzay (1975). Zwischen den Häusern Tárnok utca Nr. 19 und Nr. 17 führt ein mittelalterlicher, gewölbter Durchgang, der 62