Kiss Katalin: Industrielle Baudenkmäler - Unser Budapest (Budapest, 1993)

Stützen auch gut betrachtet werden. Diese Lösung re­sultiert in einem Innenraum unvergleichlicher Wirkung: die Eisenkonstruktion der Deckung ist sichtbar geblie­ben, die Gitterstangen der Stützen greifen trotzdem nicht in den Raum, die Halle breitet sich in ihrer Gänze vor dem Betrachter aus. Daneben erhebt sich inmitten des Werkstattgebäu­des ein 27 m hoher, stämmiger Turm, der zwei, je 46 m2 Wasser umfassende Behälter in sich birgt. Der speziellen Bauumstände wegen wurden die besten Fir­men der Zeit mit der Ausführung beauftragt. Zahlreiche Neuerungen und Erfindungen wurden zur besseren Durchführung der besonderen Aufgaben geboren. Be­sonders sollen auch jene gelobt werden, die bei der Koordinierung und Organisation der Bauarbeiten mit­wirkten. 1930 wurde die Halle zu den St. Imre Feierlichkeiten als Festhalle benützt. Fünfzehntausend Gäste waren zusammengeströmt. Budapests Bürgermeister nannte sie zum Gedenken „Szent Imre“ Garage. Am 15. No­vember 1930 wurde die Garage vom Vizebürgermeister Dr. Jenő Berczel dem Verkehr übergeben und funktio­niert seither ohne Unterbrechung. Äußerer und innerer (Jmwelteinflüsse wegen hat an der Stützkonstruktion in den letzten Jahren eine gefährliche Korrosion begon­nen. Vor einigen Jahren hieß es plötzlich, die Autobusse würden ausgesiedelt werden und die Garage in eine Markthalle umgebaut. Auch in dieser unsicheren Lage wäre es wichtig, die besondere Konstruktion durch ge­wissenhafte Instandhaltung zu erhalten. Liva Mühle XV., Rákospalota (entlang des Szilas Baches beim Fóti út) Am Clfer des Szilas Baches steht ein schwer zugängli­ches, ungepflegtes, verlassenes Gebäude. Bei unserer Ankunft tauchen neugierige, schläfrige Gesichter auf. Wir befinden uns in einer Behausung der Gammler und Obdachlosen. Vielleicht hat gerade die Tatsache dieses Gebäude vom letzten Ruin bewahrt, daß seine freiwilli­gen Bewohner es nicht zuließen, daß ihnen das Dach über dem Kopf weg verfeuert wurde, die Mauern abge­tragen wurden, um anderswo als Baumaterial verwen­det zu werden. Auch als Ruine kann die mehrere hun­dert Jahre alte Wassermühle noch erkannt werden, die in ihrer Art wohl einzigartig in der Hauptstadt dasteht. 59

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