Kiss Katalin: Industrielle Baudenkmäler - Unser Budapest (Budapest, 1993)
tion der Pester Pferdebahn nach Plänen von János Wagner (vielleicht unter Mitwirkung von Miklós Ybl) gebaut. Das kleine architektonische Meisterwerk ist ein freistehendes, zweistöckiges, proportioniertes Gebäude. Das fünfachsige Gebäude mit mittlerem Risalit schmük- ken am zweiten Stock entlang gehende Zwergfenster. Hinter der Hauptfassade sind drei stufenweise nach hinten gehende Blocks zu sehen, der letzte schließt mit den fünf Seiten des Achtecks. Die Hauptverzierungen des Gebäudes im romantischen Stil bilden die an griechische Masken erinnernden holzgeschnitzten Köpfe. Besonders beeindruckend sind die schönen Gesimse, welche die Köpfe umrahmen. tim die Jahrhundertwende wurde die Pferdebahn immer mehr von der Straßenbahn verdrängt. 1896 wurden neben der ehemaligen Endstation Straßen- bahnremisen aus Eisenbeton gebaut und der Straßenbahnverkehr aufgenommen. Frühere Fotografien zeigen eine von Menschen wimmelnde Straßenbahnstation, mit einem vollbesuchten Restaurant und Zeitungsverkäufern. Seit dem Bau der neuen, blauen tinter- grundlinie, hat der Straßenbahnverkehr hier aufgehört. Die einst vollbesetzten Gebäude stehen nun leer. Der Wind bläst durch die Fenster, den einen Flügel hat ein wohlwollender Passant mit einer Bierflasche gestützt. Die einstige Remise wurde mit Brettern vernagelt, dahinter beugen sich aus dem Dach wachsende Essigbäume im Wind. Die Gegend ist traurig und ausgestorÚjpester Endstation der Pester Pferdebahn (ZEITGENÖSSISCHER STICH) 56