Kiss Katalin: Industrielle Baudenkmäler - Unser Budapest (Budapest, 1993)
Quadrate nicht mehr auf, was oft den ganzen Charakter eines Gebäudes verändern kann. Bei diesem Gebäude ist es gelungen, den Architekten davon zu überzeugen, die originalen einschichtigen industriellen Fenster an ihrem Ort zu lassen und die modernen, wärmeisolierten Fenster an die innere Mauerfläche zu bauen. Die einstige Transformatorenstation ist, gemeinsam mit dem anliegenden Mietshaus eine der besten Schöpfungen der modernen Architektur von zwischen den zwei Weltkriegen. Die rohziegelverputzten Fassaden, vertikal durch hervorspringende Mauerstreifen gegliedert, werden durch wenige, doch betonte horizontale Elemente gefärbt. Über den einfachen, rahmenlosen Fenstern des Erdgeschoßes und des ersten Stocks befindet sich vom zweiten Stock aufwärts eine vertikal zusammengefaJBte Fensterreihe. Auf der betonteren Fassade in der Markó utca öffnet sich in der Achse des ersten Stocks ein Balkon, ln der oberen Umrahmung des Eingangstors ist das sorgfältig geschnitzte Wappen der Hauptstadt zu sehen. Über der kasettierten Holztüre zeigt das Oberlicht-Gitter Prometheus - dies ist eines der schönsten Gebäude-Ornamente der Hauptstadt. Die Erdgeschoßräume der im Inneren eingerichteten Bank sind großzügig, der Stil der Innenarchitektur richtig gewählt. Das einstige Goldberger Geschäftshaus V, Arany János utca 32. Sámuel Goldberger, der Sohn von Ferenc Goldberger, der 1784 die Blaudruckfärberei gegründet hatte, war einer der bedeutenden Persönlichkeiten der ungarischen Industrie. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschäftigte er schon fast hundert Arbeiter, er importierte sogar Textilien aus dem Ausland, um sie zu färben. 1848 übernahmen nach seinem Tod seine neun Söhne die Leitung der Fabrik. G. Berthold, der Enkel Sämuels setzte Ende des 19. Jahrhunderts die Mechanisierung der Fabrik mit großen Schritten fort, er kaufte die modernsten Zeugdruckmaschinen für die Färberei. Sein Sohn, Leó Goldberger, Präsident der Familienaktiengesellschaft der Textilfärberei, entwickelte die Fabrik nach dem Ersten Weltkrieg weiter. Dank seines Wirkens wurde die Textilindustrie zwischen den zwei Weltkriegen zum wichtigsten Industriezweig der Hauptstadt. Zwischen 1910 und 1912 erbaute er nach Plänen der Architekten Dávid und Zsigmond Jónás in der Arany 34