Matits Ferenc: Protestantische Kirchen - Unser Budapest (Budapest, 2003)

denartige Galerie des Chors, ln der Höhe der Kanzel sehen wir an der Wand u.a. die Marmortafeln mit den Wappen des Szabolcs Horthy von Nagybánya (Bruder des Regenten) und des ermordeten einstigen Ministerpräsidenten Graf István Tisza (1861-1918), darüber die Wappen Ungarns und der ungarischen reformierten Kirche. Die Kirche hat Platz für 1200 Gläubige. Davon können 600 auf den 30 Eichen­bänken auf einem Podium Platz nehmen, weitere 100 gegenüber der Kanzel auf den stufenweise angeordneten Sitzen auf dem Balkon. 1,2 Meter unter Gartenhöhe befindet sich der 65 Quadratmeter große 4 Meter hohe Saal mit Podium des Souterrains für 360 Personen, der für Gemein­schaftsmahle und Vorstellungen geeignet ist. Der 64 Quadratmeter große Turm ruht auf einer Eisenbetonplatte und ist (bis zur Kugel) 45 Meter hoch. Die Turmspitze aus Kupfer beträgt 5 Meter, der Durchmesser der Kugel (ohne Stacheln) 0,8 Meter. Die hochstrebenden Mauern der Kirche sind aus gebrannten Mauerziegeln, die Stützmauern, Pfeiler, die geraden und Tonnendecken, die Emporen und Hauptgesimse aus Eisenbe­ton. Die Hauptfassade wurde bis zu einer Höhe von zwei Metern mit Stein aus Borosjenö verkleidet. An der rechten Seite der Kirche steht das mit der Kirche durch eine Gang­konstruktion verbundene Pfarrhaus, an der linken Seite das Jugendhaus. Die reformierte Kirche des Ungarischen Advents im Stadtteil Kelenföld XI. Bezirk, Oktober 23. utca 5 Nach dem Ersten Weltkrieg begannen im XI. Bezirk großangelegte Mietshaus­bauarbeiten. Die zunehmende Anzahl der Reformierten führte zur Gründung der Kirchengemeinde Lágymányos—Kelenföld. Die seit dem 1. Januar 1926 be­stehende Pfarrgemeinde setzte sich den Bau einer Kirche zum Ziel. (Anfangs wurden die Gottesdienste in Schulen gehalten.) Die Spendensammlung erfolg­te eifrig, in Ungarn und im Ausland. Den für die Gestaltung der Kirche und der beiden vierstöckigen Gebäude ausgeschriebenen Wettbewerb gewann der Architekt István Medgyaszay (1877—1959), der seine Studien in Budapest und Wien absolviert hatte. In Wien hatte er auch die Meisterschule von Otto Wagner (1841—1918), dem berühmten Mitglied der Wiener Sezession besucht. Medgyaszay vereint in seinen Arbeiten den nationalen Stil mit der modernen Architektur. 1906 hatte er die Goldmedaille der Weltausstellung von Mailand erhalten, 1913 gewann er den ersten Preis im Preisausschreiben für das Ge­bäude des Budapester Nationaltheaters. Von seiner hervorstechenden Bega­60

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