Matits Ferenc: Protestantische Kirchen - Unser Budapest (Budapest, 2003)

■939 gingen die Bauarbeiten zügig voran. So konnte innerhalb eines Jahres, am 15. September 1940 die Kirche eingesegnet werden. Im zentral eingerichteten Kirchenraum, der mit einer Höhe von mehr als 10 Metern das Hochparterre, den ersten und der zweiten Stock umfaßt, steht dem Eingang gegenüber der Tisch des Herrn, dahinter die Baldachin-Kanzel und darüber erheben sich die zwei Stockwerke einnehmenden Orgelpfeifen. Die Harmonie von Raum und Einrichtung, die Andacht ausströmende puri­táné Großartigkeit sind ergreifend. Die Einrichtungsgegenstände — der Tisch des Herrn, die Kanzel, die Brüstung und die Bänke — sind aus dunkel ge­beiztem Ulmenholz. Außer den Bänken für 394 Gläubige im Hochparterre gibt es im U-förmigen ersten Stock auf 180 Quadratmetern 280 Sitzplätze, gegenüber der Kanzel befindet sich außerdem die 82 Quadratmeter große Empore mit 90 Sitzplätzen. Hinter der Kanzel hat ein Chor von 50 Mitglie­dern Platz. Im Souterrain befindet sich der 4,6 Meter hohe 320 Quadratmeter große Gemeindesaal mit einer 58 Quadratmeter großen Bühne, einer Garderobe, Umkleideräumen, Toiletten, einem 70 Quadratmeter großen Gesellschafts­raum — sowie einem Luftschutzkeller und Heizraum. Während der Belagerung Budapests im Zweiten Weltkrieg wurde die Fassa­de des Gebäudes beschädigt, die Decke des Eingangs stürzte ein und das Innere der Kirche erlitt kleinere Beschädigungen. Die Restaurierung wurde von Spenden der Gemeindemitglieder finanziert. Die reformierte Kirche im Stadtteil Csillaghegy III. Bezirk, Vörösmarty utca 2/b Fahren wir vom Zentrum der Hauptstadt auf der Szentendrei út nach Norden, so kommen wir in den Stadtteil Csillaghegy, wo zwischen anmutigen Garten­häusern am Rande der Landstraße die reformierte Kirche unsere Aufmerk­samkeit auf sich lenkt. Die Reformierten dieser sich nach dem Ersten Weltkrieg schnell entwickelnden Siedlung, gehörten ursprünglich zur Pfarr- gemeinde der Ortschaft Pomáz. Ihre Gottesdienste hielten sie monatlich einmal in der Schule der Beamtensiedlung (heute Schule in der Ráby Mátyás út). 1925 wendeten die Leiter der Gemeinde sich mit der Bitte an die Kirchen­leitung, die Filialkirche der Öbudaer Kirchengemeinde zu werden. Die Be­willigung ihrer Bitte führte zu ihrer Selbständigkeit, deren grundlegende Vor­aussetzung der Bau einer eigenen Kirche war. Noch im selben Jahr wurde ein provisorisches Bethaus gebaut, welches bis zur Übergabe des Gemeinderaums im Souterrain der neuen Kirche im Jahre 55

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