Szegő Dóra - Szegő György: Synagogen - Unser Budapest (Budapest, 2004)

Die Deckenbemalung ist einfach, das bunte Muster mit Davidstern-Motiv verbreitet eine orientalische Stimmung. Während des Zweiten Weltkriegs war das Haus ein Kinderheim des internatio­nalen Roten Kreuzes, ln der Synagoge in der Nagy Fuvaros utca wurde der erste öffentliche jüdische Gottesdienst in Budapest nach dem Krieg gehalten. Heute be­findet sich im Vorraum ein kleiner Winter-Betraum mit dem aus dem aufgelasse­nen Bethaus geretteten Thoraschrein. Im Gebäude gibt es auch heute noch einen Kultursaal, eine Küche, Büroräume und ein Talmud-Thora-Zimmer. Bis vor kurzem war die hierher gehörende Gemeinde die gößte jüdische Gemeinde der Stadt. Die Synagoge am Teleki tér Das andere bedeutende Bethaus des Viertels war die Synagoge der galizischen hassi- dischen Gemeinde im Wohnhaus Teleki tér 22. Die Synagoge wurde „Czertköwo Schul" genannte (Czertköw, heute in der Ukraine, war ein wichtiges hassidisches Zentrum in Galizien). Die Sprache dieser Gemeinde war das Jiddisch, doch unter­schied sie sich von den aschkenasischen Gemeinden der Stadt, deren Wurzeln weiter westlich im jüdisch-deutschen Sprachgebiet lagen. Die Hassiden Galiziens übernahmen verschiedene Traditionen, die ihrer Meinung nach auf das sephardische ■ Teleki tér, Synagogeninnerei 73

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