Szegő Dóra - Szegő György: Synagogen - Unser Budapest (Budapest, 2004)

Gebäudeflügel um den Bau herum, ln der so entstanden Arkadenreihe werden auf Wunsch der Ungarischen Ausschwitz Stiftung und nach Plänen des Designers László Zsótér die Namen der 600.000 jüdischen Opfer des Holocaust auf rauchfarbenen Schmelzglasplatten stehen. Die Mauer zwischen der Synagoge und der Straße wurde also auf diese Weise erhöht, die monumnentale Raumwirkung der Synagoge ver­ändert: Essenz der Konzeption des Architekten ist die Abtrennung des Raumes der Erinnerung und der Pietät vom Raum der Stadt - womit er darauf aufmerksam machen möchte, daß die Schoa Teil einer über den Haufen geworfenen Welt war, die von der Ordnung des friedlichen Alltags scharf abzutrennen sei. Die Kritiker sind der Mei­nung, daß diese Abtrennung die Erfüllung des Zweckes dieses Zentrums erschwe­re: die Aufarbeitung der Tragödie des ungarischen Judentums durch die ungarische Gesellschaft an sich. Die ergreifenden Gedenkfestlichkeiten, weiche bei der Über­gabe der fünften Holocaust-Gedenkstätte auf der Welt veranstaltet wurden, bestä­tigten jedoch die Vorstellungen des Architekten. Von der Straße her empfängt eine aus gebrochen-schrägem, indischem Stein kom­ponierte Gebäudeplastik den Besucher, welche die jahrtausendealte Tradition der Trauerbauten mit modernen Mitteln der Architektur vereint. Das Eisentor schuf György Seregi, den Hof und den Dachgarten Péter Török. Die Gebäude beherbergen das Holocaust Museum, das Dokumentationszentrum, das Archiv, die Bibliothek und das Medienarchiv. Innenarchitekten waren István Szenes und László Gergely, die Glas­fenster stammen von Klára Szilárd und Birgit Köblitz. Von 2005 an wird das Zentrum auch Forschungs- und Lehrtätigkeit entfalten. Entlang der Feuermauer befindet sich das Bürogebäude des Dokumentationszentrums, die Ausstellungsräume hingegen nehmen das unterirdische Geschoß und die einstige Synagoge ein. Die ständige Ausstellung ist noch nicht fertig. Es entstand jedoch die erste Budapester Synagoge nach dem Zweiten Weltkrieg: ein Bethaus an der Ecke des Grundstücks für den Bezirk um die Tűzoltó utca herum. Die Synagoge in der Nagy Fuvaros utca Ende des 19. Jahrhunderts waren ein bedeutender Teil der Einwohner der äuße­ren Josephstadt Juden, die vor allem aus Galizien und den östlichen Landesteilen stammten. Es waren arme Leute, meist Handwerker, Handlungsgehilfen, Klein­händler, Hausierer, Angestellte. In der Gegend der Nagy Fuvaros utca und der Népszínház utca, wohnten die relativ Wohlhabenden, um den Teleki Platz herum die Ärmeren. Im Viertel befanden sich schon vor den Zwanziger Jahren Bethäuser, in der Nagy Fuvaros utca Nr. 4 wurde 1922 auch eine Synagoge eingeweiht. Das hier stehende Haus wurde als Gasthof gebaut, später befand sich dann hier das 7'

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