Szatmári Gizella: Zeichen der Erinnerung - Unser Budapest (Budapest, 2005)

Schließlich setzte er mit liebevollem Humor hinzu:....Wenn wir Dich trotz so viel Qualität, Tugend, Weisheit, Außerordentlichkeit gern haben, Onkel Fényes — dann mußt Du wirklich ein außergewöhnlicher Mensch sein." Der Erforscher Pannoniens und Daziens Die Gesichtszüge des Gründers des Hauptstädtischen Museums hielt József Ispánki 1944 auf der Gedenktafel fest, die sich an der Mauer des Aquincumer Museums befindet (III., Szentendrei üt 139). Damals war der 80. Geburtstag Bálint Kuzsinszkys. Die Inschrift der Tafel war natürlich in lateinischer Sprache - da es sich um einen Archeologen handelte, der sich vor allem mit der Ausgrabung der Aquincumer Funde aus der Römerzeit und ihrer Bearbeitung beschäftigt hatte: ...QUI PLURIMA AQU1NCI MONUMENTA D1E1 IN LUMEN REDDIDIT...(etwas frei übersetzt: ...mit dessen Hilfe zahlreiche Andenken des Aquincumer Alltags ans Tageslicht gelangten...). Seine wissenschaftliche Laufbahn begann er 1887 als Assistent von Károly Torma, im folgenden Jahrzehnt war er dann schon Leiter der Ausgrabungen. Die Ergebnissen seiner Ausgrabungen stellte er in der Öbudaer Krempel- Mühle aus. Daraus entstand dann das Hauptstädtische Archeologische Museum, welches die zahlreichen Funde aus der Römerzeit aufnahm und ausstellte, die im Laufe der Bauaktivitäten (Budaer Burg, Elisabethbrücke) des sich auf die Milleniumsfeierlichkeiten vorbereitenden Landes ans Tageslicht ge­kommen waren. Das Gebäude des Museums entwarf Gyula Orczy nach Vor­bildern aus der Römerzeit. Die Vorhalle wurde von Säulen getragen, entlang des Mauersockels reihten sich Altarsteine, welche zu Ehren verschiedener römischer Götter aufgestellt worden waren. Der große Saal erinnerte an die Wandmalereien der Häuser von Pompei. Außerdem gab es auch Wandmale­reifragmente und kleinere Gegenstände (Grabfunde) zu sehen Die Epigraphie — die sich mit alten Inschriften beschäftigende Wissen­schaft - war Kuzsinzsky besonders ans Herz gewachsen. Als er 1901 an den Lehrstuhl für Alte Geschichte kam, zollte er in seinen Vorträgen der Unter­suchung der Funde Pannoniens und Daziens besondere Aufmerksamkeit, und innerhalb dieser besonders der Besprechung von Brunneninschriften. Von 1914 bis 1930 wirkte er in der Abteilung für Numismatik- und Antiquitäten. Daneben erarbeitete er, auf Ersuchen des hauptstädtischen legislativen Aus­69

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