Szablyár Péter: Turmhoch - Unser Budapest (Budapest, 2007)

geschaffen hatte (Óbudaer Gasfabrik und Beamtensiedlung). Nach dem Tode Reichls im Jahre 1926 übernahm Virgil Borbíró (Bierbauer) die Leitung. Das Kraftwerk ist sowohl zu Lande (über Hauptstraßen), als auch auf dem Wasser (über den Lägy- mänyoser Donauhafen) gut erreichbar. Seiner Lage am Stadtrand und der vor­herrschenden nordwestlichen Windrichtung wegen ist die Luftverschmutzung des kohlegeheizten Kraftwerks ertragbar. Die erste Produktionseinheit des Kraftwerks übergab man 1914. Das sprung­hafte Anwachsen des Bedarfs an elektrischem Strom machte die Anlage weite­rer Einheiten notwendig. Die kohle-, dann kohlenstaubgeheizten Kessel wurden später auf Masutheizung umgestellt, dann tauchte auch hier der immer mehr ver­breitete Energieträger, das Erdgas auf. Das in jüngster Vergangenheit installier­te Gasturbinen-Kraftwerk produziert nun sehr kompetent und umweitschonend das zur Heizung der Wohnungen dienende warme Wasser und den elektrischen Strom. Das Kraftwerk liefert seit 1952 „Fernheizung" an Wohnsiedlungen und Institutionen. AUSSICHTSTÜRME Es gibt leider recht wenige gebaute Aussichtswarten in Budapest, zum Glück nimmt ihre Zahl langsam zu. Diese „turmartigen" Aussichtswarten bieten eine ergreifend schöne Aussicht auf je einen Teil der Hauptstadt, bei manchen ist jedoch auch der Weg dahin ein bleibendes Erlebnis. Der Elisabeth-Aussichtsturm am Johannisberg (Jänos-hegy) steht am höchsten Berggipfel der Hauptstadt, ist unter den gebauten Aussichtsorten wohl der bekann­teste. Hier stand im 19. Jahrhundert eine aus Holz gezimmerte Aussichtswarte, der Berg war damals schon ein beliebter Ausflugsort. 1882 kam auch Königin Elisabeth her, deshalb wurde der 23,5 m hohe, zwischen 1908—10 nach Plänen von Frigyes Schulek errichtete, neoromanische Turm mit rundem Grundriß und übereinander­gebauten Terrassen nach ihr benannt. Auf die obersten, kleinen Terrassen konnte man früher nicht hinauf, da sie von zwei riesigen roten Sternen beherrscht wurden — dem Symbol der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Erklimmen wir die 101 Treppen, so bietet sich uns bei klarem Wetter eine unvergleichliche Aussicht. Im Südosten erblicken wir Cegléd, Duna- földvär, mehr nach Süden hin Százhalombatta, Érd, Biatorbágy, dann den Velencer See und Székesfehérvár, weiter Budakeszi, Páty, die Abhänge des Vértes, im Westen 62

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