Radek Tünde - Szilágyi-Kósa Anikó (szerk.): Wandel durch Migration - A Veszprém Megyei Levéltár kiadványai 39. (Veszprém, 2016)
1. Landschafts- und Gemeinschaftswandel als Folge von Migration - Márkusáé Vörös, Hajnalka: „Sage mir, wo unsere Wohnstätte wohl sein wird...” - Organisierte, spontane und notgedrungene Migration im Bakonygebirge und auf dem Plattenseeoberland im 18. Jahrhundert
48 Márkusné Vörös, Hajnalka: Organisierte, spontane und notgedrungene Migration ser aus Újbánya bei Pénzeskút nach Somhegy, wo es ebenfalls eine Glashütte gab, die verhältnismäßig lange, bis 1859 arbeitete. Die Glashütte in Böhmisch- hütten/Csehbánya bedeutete gewissermaßen eine Verbindung zur südlich gelegenen Hütte in Urkut/Úrkút (Éri 1966: 143—180). Zu Waschludt/Városlőd gehörte die Holzschneidemühle in Pille, woher Georg Turnier und sein Sohn, Heinrich, der berühmte Wasserbauingenieur stammten, sowie ein Eisenbergwerk, das ebenfalls zur Waldrodung beitrug (Boross 2012: 93; Wallner 1941). Auf den bischöflichen Gütern war die innere Migration — bedingt durch die Suche nach besseren Lebensbedingungen - in der ersten Hälfte des IB.Jh.s noch groß. Im Zentrum der Güter, der Stadt Wesprim/Veszprém, hat der städtische Adel 1723, dann 1725 einen Vertrag mit dem Bischof Imre Esterházy geschlossen, um seine Vorrechte zu sichern (Újházi 2007). Im Vertrag wurden die Adelsrechte aufs Neue anerkannt Die Adeligen wurden von der Zuständigkeit des städtischen Gerichtshofes und von der Steuerzahlung befreit (Hudi 1995: 116). Die protestantischen Burgsoldaten und die Intelligenz wurden durch die Einschränkung ihrer Religionsausübung aus der Stadt in die nahe liegenden kalvinistischen Dörfer verdrängt: nach Nemesvámos, Szentkirályszabadja und Kádárta. Im Gegensatz zu ihnen konnten die protestantischen Ungarn auf den bischöflichen Gütern in Rendek/Ajkarendek und Kischludt/Kislöd ihrer Religion bis in die 1750er Jahre frei nachgehen, sie lebten von Großtierhaltung (Rinder und Schweine), weideten ihre Schweine in den Wäldern und beschäftigten sich mit Pottaschensiederei. An die Bischöfe lieferten sie Schweinezehnt und Eichelpacht (Bél 1989: 86f.).24 Ihre Situation änderte sich durch die Ansiedlung der Deutschen zwischen 1751 und 1757. Der Bischof hat als erstes den Protestanten ihre Kirchen weggenommen, danach verbannte er ihre Pfarrer vom Gebiet des Bistums.25 Die Einwohner von Rendek/Ajkarendek und Kischludt/Kislöd gingen danach nach Polan/Polány (heute: Magyarpolány) zum Gottesdienst, bald jedoch protestierte auch der Verwalter der Sirtzer/Zircer Abtei gegen das Betreten ihrer Grenze. Die in Rendek angesiedelten Deutschen, die aus Jarmat/ Gyarmat (Komitat Győr) kamen, erhielten nicht nur das Benutzungsrecht der Kirche sondern auch die dazugehörigen Felder. Die protestantischen Ungarn haben die eine Seite des Baches bezogen und sie Magyarrendek genannt, später wurde sie Magyar utca (‘Ungarische Gasse“), bis heute Rendeki utca genannt (Heff24 Erzbischöfliches Archiv Veszprém (VÉL), Litteralium Instrumentorum Jura Episcopatus Wesprimiensis Elencus IV. 25 Erzbischöfliches Archiv Veszprém (VÉL), Vallásügyi iratok [Kirchliche Stiffen]. III. Nr. 2. Vátsy István rendeki prédikátor reverzálisa. [Reversale des Pfarrers von Rendek, István Vátsy]. 1751.