Radek Tünde - Szilágyi-Kósa Anikó (szerk.): Wandel durch Migration - A Veszprém Megyei Levéltár kiadványai 39. (Veszprém, 2016)
1. Landschafts- und Gemeinschaftswandel als Folge von Migration - Márkusáé Vörös, Hajnalka: „Sage mir, wo unsere Wohnstätte wohl sein wird...” - Organisierte, spontane und notgedrungene Migration im Bakonygebirge und auf dem Plattenseeoberland im 18. Jahrhundert
44 Márkusné Vörös, Hajnalka: Organisierte, spontane und notgedrungene Migration Strategische Ziele des Wirtschaftens waren die Entwicklung der Meierhöfe und die Erhöhung der Bargeldeinnahmen. Von 1762 an - nach der Organisierung der Forstwirtschaft - brachten zudem der Holzeinschlag und die Schweinehaltung erhebliche Geldeinnahmen. In der Gemarkung von Mörichida, Te- sier/Teszér, Kovácsi, Nóráp und Großganna/Nagyganna bedeutete die Verpachtung der Weiden an Schafshirten eine besondere Einnahmequelle. In den 1780er Jahren erschien neben anderen Getreidesorten auch der Mais in den Verkaufslisten. In der Tierhaltung war die Aufstellung einer Pferdeherde am bedeutendsten (Hudi 2000: 77—89). Bis zur zweiten Hälfte des 18.Jh.s wurden die Weingärten am Plattensee in Badacsony, Szentbékálla, Kisörs, Lábdi, Arács und Füred rekultiviert, in den 1790er Jahren wurden Winzer angestellt, um den Wein entsprechend zu behandeln (Lichtneckert 1990). Im zweiten Drittel des 19. Jh.s (zwischen 1829 und 1856), als die Besitztümer von Devecser, Ugod und Pápa mit einem Familienvertrag zweitweise in den Besitz der Cseklészer Zweiges kamen und dabei das gesamte Eigentum und alle Einnahmen zusammengeschrieben wurden, bot das Gut das Bild einer vollständig ausgebauten Wirtschaftsorganisation (Fülöp 2000).14 15 3.2 Die Familie Zichy Die Zentren der Besitztümer der Familie Zichy waren zwei Burgen: Palota (heute Várpalota) und Vázsonykó (heute GroBwaschon/Nagyvázsony); (Zichy 1942/ 43). Am Ende des 17., Anfang des 18.Jh.s erstreckten sich die Besitztümer der Familie (im Komitat Veszprém) auf 17 bewohnte oder unbewohnte Orte. Im Besitzteil Palota blieben während der Türkenherrschaft vier Ortschaften bewohnt Palota, Vilonya, Királyszentistván und Papkeszi. Die Mehrheit der Bewohner in Palota war evangelisch, die Einwohner in den umliegenden Dörfern gingen zum Kalvinismus über. Am Anfang des 18.Jh.s waren Inota und Ös- kü bei Palota sowie Sür, Csemye und Jásd am Rande der Esterházy-Güter bei Csesznek noch unbewohnt.'1 In der Gegend um Palota wurden Slowaken evangelischen Glaubens angesiedelt (Madarász 2004: 210-221), ab Mitte des 18.Jh.s fanden hier auch die aus dem Bakonygebirge fliehenden Kalvinisten Zuflucht. Die Mehrheit der Burgbewohner von Vázsonykó bildeten zum größten Teil evangelische Adelige und freie Bauern (Németh 1901: 97-100). Von der 14 Siehe Abbildung 6 in der CD-Anlage. 15Komitatsarchiv Veszprém des Ungarischen Nationalarchivs (VeML), XIII.33: Dokumente des Palotaer Zweiges der Grafenfamilie Zichy.