Internationales Kulturhistorisches Symposion Mogersdorf 2007 in Kőszeg 3. bis 6. Juli 2007 (Szombathely, 2014)

Hans Hahnenkamp: Eliten der Wirtschaft im Burgenland zwischen den beiden Weltkriegen

1930 auf 590 im Jahre 1933. Ah 1934 konnte Plichta zwar eine Besserung der Situ­ation erreichen, er musste sich aber nunmehr auf den Inlandsmarkt beschränken. Plichta war auch Verwaltungsrat der Pielachberger Hanfspinnerei und Bindfa­denfabrik A.G. in Wien, Direktionsrat der Michels Hanfröste und Seilfabrik A.G. in Stara Palanka, Mitglied des Kuratoriums der Bundeslehranstalt für Textilindust­rie in der Spengergasse in Wien, Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbandes der niederösterreichischen Textilindustrie sowie fachmännischer Mitarbeiter des tech­nischen Versuchsamtes. Im Mai 1924 wurde Plichta als Direktor der Ersten unga­rischen Jutespinnerei und Weberei A.G. zum Ersatzmitglied der Industriesektion des Burgenländischen Beirates bestellt, nachdem Max Baum ausgeschieden war. Am 15. Juli 1925 bestellt der Handelsminister Plichta zum Mitglied der Industrie­sektion im Beirat. Im März 1929 wurde ihm der Titel Kommerzialrat verliehen. Am 4- November 1935 starb Plichta an den Folgen einer Operation. Die Probleme, die der Zweite Weltkrieg brachte, unterschieden sich kaum von jenen des Ersten Weltkrieges. Die 1953 einsetzende Liberalisierung führte zu einer Verschärfung des Wettbewerbs und zwang zu drastischen Reduzierungen des auf­geblähten Produktionsapparates. Zwischen 1952 und 1954 mussten mehr als 1.000 Beschäftigte abgebaut werden. Da nach der Konjunkturflaute 1966/67 alle Bemü­hungen, das Unternehmen zu sanieren, scheiterten, musste die Produktion immer mehr reduziert werden. Schließlich wurde Ende 1972 der Betrieb eingestellt.14 M.J. Eisinger und Söhne, Neudörfl a.d.L. Die seit 1861 bestandene Offene Handelsgesellschaft „M.J. Eisinger und Söhne” übernahm im Jahre 1904 in Neudörfl a.d. Leitha die aufgelassene Fabrik, um den ungarischen Bedarf an wasserdichten Stoffen, Plachen und Zelten zu decken. Dipl. Ing. Friedrich Franz Josef Eisinger. (18. November 1889 in Schleinz, Ge­meinde Lanzenkirchen, NÖ, - 29. Jänner 1974 in Wien) Eisinger entstammte einer alten Industriellenfamilie (Firmengründung 1831). Er studierte, nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums in Wien, an der Technischen Hochschule in Zürich (Dipl. Ing. 1913). 1914 bis 1918 war er im Krieg, kam anschließend als Angestellter in die väterliche Firma M.J. Eisinger &. Söhne. Er wurde 1924 deren geschäftsführender Gesellschafter und konnte die Neudörfler Fabrik durch gezielte Modernisierung sowohl im technischen Bereich als auch im Management aus der Krise der unmittelbaren Nachkriegszeit heraus­führen und zu einem erfolgreichen Exportbetrieb ausbauen. Am 5. Jänner 1934 wurde er Geschäftsführer der Firma und ab 6. Juli 1941 war er persönlich haftender Gesellschafter. Als das Burgenland 1921/22 als eigenes Bundesland Wirklichkeit geworden war, ergriff Eisinger Anfang 1922 die Initiative, um eine Interessenge­meinschaft der Industriellen des Landes zu gründen. Er wurde deren Obmann, 92

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