Internationales Kulturhistorisches Symposion Mogersdorf 2007 in Kőszeg 3. bis 6. Juli 2007 (Szombathely, 2014)

Hans Hahnenkamp: Eliten der Wirtschaft im Burgenland zwischen den beiden Weltkriegen

Nach dem Tod von Emil Spitzer führte dessen Bruder Moritz Spitzer (30. Juli 1873 in Eisenstadt - 22. Jänner 1932) die Fabrik weiter. Er wurde im Jänner 1931 Ersatzmitglied der Industriesektion im Beirat. Seine beiden Söhne, Josef (geh. 15. April 1910) und Franz (geh. 21. Jänner 1914) dürften nur kurze Zeit die Lederfabrik weitergeführt haben. Auch die einst bedeutendste Lederfabrik Westungams musste den geänderten Verhältnissen Tri­but zollen und wurde um 1935 aufgelassen.5 Hirmer Zuckerfabrik Wilhelm Hinrich Rothermann (1779-1852) war um 1819 von Hamburg nach Wr. Neustadt gekommen und hatte die technische Leitung der westindischen Rohzucker verarbeitenden Fabrik übernommen. Dessen Sohn Peter Daniel Rothermann (1804-1890) arbeitete ebenso wie sein Vater in der Fabrik in Wr. Neustadt. 1850 gründete er mit seinem Schwager Ignaz Hartig und seinem zukünfti­gen Schwiegersohn Conrad Patzenhofer die Hirmer Zuckerfabrik, die Rüben verarbeitete. Nach dem Tod von Peter Daniel übernahm dessen Sohn Rudolf (1836-1881) die Firmenleitung und nach dessen Tod dessen Bruder Daniel Christian Rothermann (1843-1935) die Leitung. Er hatte ebenso das Gymnasium in Oberschützen besucht.6 Richard Ritter von Rothermann (27. März 1865 in Hirm - 15. November 1944 in Hirm) Sein Großvater, Peter Daniel, hatte, wie erwähnt, 1850 die Hirmer Zuckerfabrik errichtet. Nach der Volksschule kam Richard ans Gymnasium in Ödenburg, wo er 1884 maturierte und anschließend an eine Fachschule nach Deutschland geschickt wurde, die er als Industriefachmann für Zuckererzeugung beendete. Nach seiner Ausbildung trat er in die Firma Hartig & Rothermann ein, der die von seinem Großvater gegründete Fabrik gehörte. Da nach dem Ersten Weltkrieg und den Friedensverträgen die großen Rü­benanbaugebiete, die in Ungarn lagen, verloren waren, mussten neue Gebiete in Österreich gefunden werden. Der Austritt der Brüder Hartig aus der Firma führte 1926 zum Umgestaltung in eine Aktiengesellschaft. Daniel Christian (Ritter von) Rothermann wurde Präsi­dent der Gesellschaft und Richard (Ritter von) Rothermann Direktor und Verwal­tungsrat der Hirmer Zuckerfabrik, Direktionsrat der Petöhazer und Großzinken­dorfer Zuckerfabriken AG (Ungarn) und der Zuckerfabriken AG im Komitat Fejer sowie Aufsichtsrat der Raab-Ödenburg-Ebenfurther Eisenbahn. Als sein Onkel Daniel Christian (von) Rothermann im März 1935 starb, musste er die Führung der Familienbetriebe übernehmen und baute seine öffentlichen Funktionen ab. Die politischen Ereignisse im Jahre 1938 brachten der Zuckerindustrie grund­legende Veränderungen. Nach einer Überprüfung durch die „Hauptvereinigung 86

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