Internationales Kulturhistorisches Symposion Mogersdorf 2007 in Kőszeg 3. bis 6. Juli 2007 (Szombathely, 2014)

Judit Klement: Die Wirtschaftselite in Ungarn in der Zwischenkriegszeit

Die ethnisch-religiöse Herkunft der multipozitionelle Wirtschaftselite, 1927-1943. 1927 1937 1943 Zusammen Ungarn 40,5% 48,2% 57,8% 51,7% Juden 33,8% 28,0% 17,5% 23,9% Deutsche 21,0% 19,6% 22,3% 20,9% Andere 4,7% 4,2% 2,4% 3,5% Zusammen 100,0% 100,0% 100,0% 100,0% Daten (N) N=148 N=168 N=166 N=230 (keine Daten =k. D.) (k. D.=62) (k. D.=71) (k. D.=57) (k. D.=84) Lengyel 1993: S. 41. Bei der Untersuchung der Positionenzahl in der Elite stellte sich auch heraus, daß ein jüdisches Elitemitglied überbeinahe so viele Positionen verfügten, wie die gesammte Probe. Während für die ganze Wirtschaftselite 7,1 Positionen charakteristisch waren, die jüdischen Mitglieder der Elite hatten im Durchschnitt 7,8 Positionen. In kleineren Unternehmen war aber diese Zahl über den Elitedurchschnitt, da hatten also die Juden größere Bedeutung, und das gleiche gilt für ein anderes Segment der Privatwirtschaft, nähmlich in der höheren Positionen der Großunternehmen, Banken und Arbeitge­bereinrichtungen. In diesen Stellen war die personelle Überlappung bedeutend. Die multipozitionelle Elite in Unternehmen, Banken und Arbeitgebereinrichtungen, 1937. Unternehmen Banken Arbeitgebereinrichtungen Ungarn 36,6% 34,3% 31% Juden 45,2% 37,1% 44,8% Deutsche 17,2% 22,9% 20,7% Andere 1% 5,7% 3,5% Zusammen 100% (N= 93) 100% (N=70) 100% (N=58) Lengyel 1993: S. 42. Über die ethnisch-religiöse Charakter sprechend muß es noch erwähnt werden, daß der Konfessionswechsel unter der jüdischen Wirtschaftselite 25% erreichte, was den 8-10% große Anteil in der Bevölkerung erheblich übersteigte. Die Bereitschaft für die Assimilation (Akkuimration), was unter Juden auch in der Gesamtbevölkerung hoch war, zeigte sich noch größer in der Wirtschaftselite.8 Hinsichtlich der sozialen Herkunft kann man die ungarische Wirtschaftselite geschlossen nennen. Ungefähr 90% der Elite stammte aus dem oberen 10% der Gesellschaft, aber einige Veränderungen kann man in dieser oberen gesellschaft­lichen Herkunft doch feststellen. Vom 19. zum 20. Jahrhundert sank die Zahl der Wirtschaftselitmitglieder mit einer Herkunft von unabhängiger wirtschaftlicher Existenz (wo der Vater Unternehmer, Gutsbesitzer oder Mieter war) von über 60% zu weniger als 50%. Im Zusammenhang mit diesem Phänomen stieg die Zahl der Elitmitglieder mit einer Herkunft von Intelligenz oder Staatsbeamtentum.163 76

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