Ferenc József: Kleiner Unitarier-Spiegel. Kurzer inbegriff der geschichte, der dogmen, der kirchenverfassung und der ceremonien der unitarier-kirche (Bécs, 1879)

IV. Ceremonien - 6. Geistlicherinstallation, Kirchenweihe und Synodalfeierlichkeiten

Ceremonien. 81 Die Mitglieder der Synode haben am Sonabende des der Synode vorgehenden Sontages an dem Orte, wo die Synode abgehalten werden soll zu erscheinen; wo dann in den Ves­perstunden unter dem Gebete des Ortsseelsorgers feierlicher Gottesdienst abgehalten wird. — Am Sontage hält ein hiezu von vorneher beordneter Seelsorger, Professor oder Dechant das Synodal-Gebet und die Synodal-Rede. — Hierauf folgt die Bewillkommnungsrede des Bischofes an die Versammel­ten; endlich zum Schlusze die Verabreichung des h. Abend­mahles an die Versammelten nebst der Anrede und dem Gebete des Bezirksnotars. — Am Montage wird abermals durch einen im vornehmem bestimmten Kirchenredner ordent­licher Gottesdienst gehalten. — Hierauf folgt die Weihe der neuen Geistlichen. — Der Bischof hält eine an die — bei dieser Gelegenheit im Kirchenringe mit angethanem Pallium stehenden — aufzuweihenden Geistlichen gerichtete Rede, worin er sie auf die Wichtigkeit — auf die Beschwerden und auf die Freuden des geistlichen Amtes aufmerksam macht und zur amtlichen Pünktlichkeit aneifert ; — er fordert sie sodann auf sich zu erklären — ob sie das geistliche Amt zu übernehmen und getreu zu führen bereit seien? ! Nach er­folgter Bejahungsantwort fordert sie der kirchliche Oberno­­tärin der Reihenordnung ihrer Ernennung hervor zutreten und zur eigehändigen Eintragung ihrer Namensunterschriften in das zu diesem Behufe angelegte Protokoll. — Ist dieses ge­schehen, so sprechen sie der Vorlesung des Obernotärs ge­mäsz den Geistlicheneid.— Die Eidesformel ist diese: „Ich „N. N. schwöre zu dem einen lebendigwahren Gott, dem „Schöpfer des Himmels und der Erde, vespreche und angelobe „Kraft meiner ausgestellten Schrift, dasz ich in meinem geist­­„lichen Amte der von Gott mir anvertrauten Heerde nicht nur „mit der seelig machenden Lehre, sondern auch mit meinem — „gemäsz aller meiner Kräfte—heiligen Leben vorstehen werde „und auf dem zur ewigen Seeligkeit leitenden Wege bieder, „gerecht, und heilig lebend vorangehen werde, und Nichts, „was zum Wohle unserer heiligen Religion gehört verabsäu­­„men — auch keinen wie immer schweren Dienst vermeiden „werde, mag er auch mit Gefahr meiner Gesundheit, meiner „irdischen Güter und selbst meines Lebens verbunden sein — Unitarier Spiegel. ß

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