Ferenc József: Kleiner Unitarier-Spiegel. Kurzer inbegriff der geschichte, der dogmen, der kirchenverfassung und der ceremonien der unitarier-kirche (Bécs, 1879)

IV. Ceremonien - 4. Das Abendmahl des Herrn

7 4 Unitarier Spiegel. in der Reihenrunde herum und läszt Jeden daran theilhaftig werden — indem Jeder selbst das Brod vom Teller nimt und selbst den Becher ergreift. — Nachdem in dieser Weise sämmtlich Vorgetretenen an den Abendmahle des Herrn Theil genommenen haben, — spricht der das Abendmahl verab­reichende Geistliche ein kurzes aus Stellen der h. Schrift zusammengefasztes Gebet, worauf Jeder zu seinem Sitzplatze zurückkehrt. In ähnlicher Weise wird das Abendmahl des Herrn den jüngeren Männern — sodann den älteren und achtbareren Frauen — und endlich den jungen Frauen und den Mädchen verabreicht. Das Hervor treten wird übrigens von der Zahlengröszte der Versammelten — und von dem Umfange des Kirchen­ringes bedingt ; die Männer trennen sich — wo sie alle auf einmal vortreten können — nicht in die Abteilungen der der Alteren und Jüngeren;— eben so auch die Frauen nicht; sondern es treten inerst sämmtliche Männer— sodann sämmt­­liche Frauen sammt Mädchen heraus und nehmen so in zwei— geschlechtsweise geordneten Ahtheilungen das Abendmahl des Herrn zu sich. — Aber auch in diesem Falle gebietet es die Achtung des Alters, dasz die Jüngeren den vorranglichen Vortritt den Älteren immer einräumen. Der Geistliche nimt das Abendmahl der Regel nach entweder vorerst oder ganz zuletzt. — Er fordert die Ver­sammelten — nachdem Alle des heiligen Gastmahles theil­haftig geworden — abermals zum Gebete auf, dessen Ge­genstand nunmehr Danksagung und Erbitten des Gottesse­­gens ist ; auch diesem folgt das Vaterunser und, als Schlusz­­wort das sogenannte Segnen. - Hienaeh wird das Schluszlied abgesungen und die — die dazwischen fallenden Gebete aus­genommen — unter fortwährenden Gesänge abgehaltene Ce ­remonie nimt ihr Ende. Gebräuchlich ist es, dasz der Geistliche bei derartigen Gelegenheiten die in der Kirche nicht erscheinen könnenden Kranken und Schwächlinge besucht und ihnen das Abend­mahl des Herrn — so sie es wünschen, in ihren Vohnun­­gen verabreicht. — Diese werden übrigens — ihrem Wunsche gemäsz —zu welcher Zeit immer des heiligen Gastmaies theil­haftig gemacht. — Das Abendmahl des Herrn wird in der

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