The Hungarian Student, 1958 (3. évfolyam, 1-2. szám)

1958-10-01 / 1. szám

Jede Organisation, die behauptet, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten, ist gezwungen, auch die andersdenkenden Mitglieder zu schützen, und zwar besonders dann, wenn sich diese in der Mehr­heit befinden. Auch die KISZ wurde in diese Position gedrängt. Und trotzdem ignorierten die Studenten diese Organisation voll­ständig. Sie benützten vielleicht die Lokalitäten der Organisation für ihre Bälle oder Verabredungen, aber das war auch alles. Unter diesen Bedingungen fürchtete das Régime, daß sich die Studenten der Parteikontrolle vollständig entziehen würden. Um dem abzuhelfen, und um zu versuchen, die Studenten zu gewinnen, wurde Ende 1957 eine andere Jugendorganisation, der Nationale Studentenrat, geschaffen. Jede Hoch- und Mittelschule besitzt eine Zweigstelle, aber der Studentenrat ist, wie auch die KISZ, nur eine Pseudo-Jugendorganisation unter der Kontrolle kommunistischer Instruktoren und des Erziehungsministeriums. Jedoch sind die Stu­denten gezwungen, sich mit ihren Anliegen an diese Organisation zu wenden. Nachstehendes erschien in der Ausgabe vom 27. April 1958 der Népszabadság: «Viele tausend Studenten vom Technologischen Institut und von der Polytechnischen Universität Budapest versammelten sich im Auditorium der Universität. Vier-, vielleicht sogar fünftausend Studenten gelobten vor dem Lehrkörper der Universität Treue und nahmen die Rote Fahne des Parteikomitees der Universitäten entgegen. Anläßlich dieser festlichen Versammlung erklärte Ge­nosse George Marosán: ,Ich bringe denjenigen, die ihren Glauben nicht aufgaben und die Partei nicht für ein sinkendes Schiff hielten, Achtung und Hoch­schätzung entgegen. Als ich vor sechs Monaten hier war, disku­tierten wir die Frage, ob das, was sich in Ungarn abspielte, eine Revolution oder eine Konterrevolution sei. Heute ist die Führer­schaft der Partei in der Technischen Universität gesichert. Der Arbeiter, der Bauer und die Studenten haben die gleichen Interessen. Welcher Ausblick eröffnet sich der intellektuellen Jugend? Sollen sie Fabrikdirektoren oder Bankiers sein? In Un­garn ist das anders. Die Studenten sollen gebildet werden, um Schulter an Schulter mit den Arbeitern und den Bauern zu arbei­ten. Ich habe den Professor ersucht, den Studenten Beispiele des Kau­saleffekts an Ereignissen der ungarischen Geschichte zu erläu-

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