The Hungarian Student, 1958 (3. évfolyam, 1-2. szám)

1958-10-01 / 1. szám

der Zeichnung zu sehen ist. Jedes ist drei Stockwerke hoch. Zwi­schen ihnen liegt ein Wandelhof, und das einzige Tageslicht dringt durch die überdeckten Höfe ein. Das mit Nummer 2 bezeichnete Gebäude ist dasjenige des Strafgerichtshofes; alle anderen Gebäude enthalten Gefängniszellen, und zwar etwa 90 von verschiedener Größe auf jedem Stockwerk. Eine Gefängniszelle für 16 Menschen ist wenig über 16 Fuß lang und breit und etwa 9 Fuß hoch. An den Türen und Wänden der Zellen sind Gucklöcher angebracht, und das Mobiliar ist mit Ausnahme der gußeisernen Bettstellen aus Holz. In der Ecke steht eine französische Toilette. Auf den Betten lagen dünne Baumwollmatratzen, ein schmales Kissen und eine faden­scheinige Wolldecke. Die zwei etwa 7 Fuß über dem Boden an­gebrachten Fenster sind durch eiserne Kreuzstangen versperrt und zusätzlich noch durch ein feines und ein gröberes Drahtgitter ge­schützt. Ein 7 Fuß breiter Streifen läuft um die vier Gebäude, und um diesen herum noch einer, in dem die Wachthunde gehalten werden; dahinter liegen die Wohnquartiere des Personals. Das Gerichts­gebäude ist der einzige Teil des Gefängnisses, der an die Straße grenzt. Die ganzen Baulichkeiten bedecken eine Fläche von 800 auf 960 Fuß, also etwa fünf bis acht Aren. Die Gefangenen, die buchstäblich von den Wagen getragen wer­den mußten, wurden zuerst in Einzelzellen gesteckt, was hieß, daß sich sechs oder sieben von uns in Zellen von drei auf drei Fuß drängten, bis um 6.30 Uhr nachmittags unser Verhör anfing. Dieses wurde von MVD-Offizieren durchgeführt und bestand darin, daß wir unsere Personalien angeben mußten und durchsucht wurden. Beinahe alle Soldaten, die den «technischen» Teil der Arbeit be­sorgten, sprachen gutes Ungarisch, verrieten dies aber nur bei weni­gen Gelegenheiten, so z.B., wenn jemand sie nicht verstand. (Dies war selten, da sie auch auf Russisch «deutlich» genug sprachen.) Im allgemeinen war es ihnen streng verboten, mit den Gefangenen ungarisch zu sprechen. Die Leibesvisitation war äußerst gründlich. Alle Gefangenen wurden vollständig entkleidet, die Futtersäume aufgetrennt; sie nahmen die Ärmelaufschläge der Jacken ab und erklärten uns, daß wir streng bestraft würden, wenn wir irgendwelches Papier, Schreib­zeug, Metall oder irgendwelche andere persönliche Gegenstände oder Geld zurückbehielten. Dann konnten wir uns anziehen und wurden zuerst in unsere Zellen und von dort aus vor die Unter- 22

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