The Hungarian Student, 1958 (3. évfolyam, 1-2. szám)

1958-10-01 / 1. szám

haben, fast täglich stellen. Dies ist eine heikle Frage, und nur die ungarische Nation in ihrer Gesamtheit könnte sie beantworten. Nichtsdestoweniger ist es interessant, die Antworten einiger junger ungarischer Studenten zu erfahren, und zwar besonders, wenn diese zeigen, wie falsch jene Ansicht ist, gemäß welcher in der Revolution lediglich eine Einheit der negativen Anstrengungen verwirklicht wurde, währenddem alle Antworten auf zukünftige Probleme offen blieben. Eine der meistdiskutierten Fragen ist der zukünftige wirtschaft­liche Wiederaufbau des Landes. Es ist überraschend, wie einig sich die Studenten in der Ansicht sind, daß eine freie Wirtschaft auf sozialistischer Basis unter einer gewissen Lenkung und Kontrolle eingerichtet werden sollte. 73 Prozent der Befragten sind damit einverstanden. 42 Prozent derselben wünschen eine Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb, die von demokratischen Ländern überwacht und gelenkt würde, 11 sind gleicher Meinung, postulieren aber eine Ausübung der Aufsicht durch Selbstregierung, 20 Prozent wollen die Anlagen und Fabriken in den Händen von Arbeiterräten sehen. Neben der großen Mehrheit entschieden sich 11 Prozent für eine kompetitive Wirtschaft auf der Grundlage des Privateigentums, während weitere 11 Prozent dem Gemeinschaftsbesitz und einer national geplanten Wirtschaft den Vorzug gaben. Nur eine Fragegruppe wurde ausnahmslos von allen beantwortet. Diese umfaßte die Fragen betreffend das System und die Leitung der Schulen. Auch hier - wie in der vorhergehenden Gruppe - zei­gen die Antworten eine gemeinsame Einstellung. 74 Prozent möch­ten die verstaatlichten Schulen in ihren Grundzügen aufrecht erhal­ten, gleichzeitig aber eine gewisse Anzahl in den Besitz der Kirche und andere in Privatbesitz zurückführen; sie bemerken aber, daß der Staat die Mehrzahl der Schulen unterhalten und auf die nicht in seinem Besitz befindlichen eine gewisse Kontrolle ausüben sollte. Andere Ansichten: 20 Prozent möchten die verstaatlichten Schulen vollständig aufheben, das Erziehungswesen auf eine neue Basis stellen und grundlegende Reformen einführen; 6 Prozent möchten die Schulen vollständig unter Staatsleitung stellen. Die Antworten auf eine Fragegruppe, von denen ich wahllos einige herausgreifen möchte, sind für die geistige und kulturelle Haltung der Zwanzigjährigen von heute charakteristisch. Eine Frage lautet: «Wen halten Sie für den hervorragendsten Ungarn 17 unserer Zeit?» Und wer hat nach Ihrer Meinung am meisten Scha-

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