Mocsáry Sándor szerk.: Természetrajzi Füzetek 23/1-4. (Budapest, 1900)

1-2. szám

78 t)l J. v. MADARÁSZ Bevor ich an die Beschreibung unseres Exemplares schreite, erachte ich es für nothwendig, die im Januarhefte 1897 des «Ibis » erschienene Publication SUSHKIN'S im Auszuge mitzutheilen, worin derselbe die neue Art Anser neglectus bespricht. Er entdeckte dieselbe an dem Thoungak-See im Gouvernement Ufa, wo er vom 4. bis 16. Oktober acht Stücke dieser neuen Art sammelte, welche sich von der gemeinen Wildgans (A. fabalis) hauptsächlich durch die rosa Fleischfarbe des lichten Schnabeltheiles und die Füsse unterscheidet. In Moskau unterzog er diese Art einer genauem Untersuchung und verglich dieselbe mit einer ganzen Serie von Exempla­ren von A. fabalis und A. brachyrhynchus, wodurch er in in seiner Uberzeugung bestärkt wurde, dass er in der That einer ganz neuen Art gegenüber stehe. Das Resultat seiner Untersuchung ist kurz das Folgende : Die neue Art ist sowohl von A. brachyrhynchus, als auch von A. fabalis wesentlich verschieden, steht jedoch hinsichtlich der Grösse und Färbung der letztern Art näher. Maasse : Länge 29.4" 33", Flugbreite 60"—65.6", Flügel 18.5"—19.5", Schnabel 2.46"—2.7", Tarsus 2.95"—3.1". Im Ge­gensatze hiezu ist A. brachyrhynchus ein weit kleinerer Vogel, dessen Schnabel sowohl absolut, als auch relativ kürzer ist (Flügel 16—16.5", Schnabel 1.8", Tarsus 2.75—2.8"). Der Schnabel von A. neglectus ist bei allen acht Exemplaren auffallend schlank, der Nagel gekrümmter, die Oberkieferzähne kleiner als bei der W Tildgans. Was die Färbung des Gefie­ders dieser Art betrifft, so steht dieselbe näher zu A. fabalis als zu A. brachyrhynchus, indem der Rücken nicht bläulich grau, sondern braun, brauner als bei A. fabalis ist. SUSHKIN giebt die Diagnose folgendermaassen : «Ab A. brachyrhyncho statura majore, rostro longiore et graciliore, secundariorum tectricibus atro-fuscis, tectricibus carpi discoloribus ; ab A. segetum pedibus zonaque rostri incarnatis distinguendus.» Doch kehren wir nunmehr zu unserm Exemplar zurück. Dasselbe wurde angeblich am 1. Januar bei Pancsova erlegt und stimmt bis in die kleinsten Details mit der Beschreibung von SUSHKIN überein. Der Schnabel ist schlank und die Schnabel binde war im frischen Zustande blass fleisch­farbig mit einer Nuance von Rosa ; der Nagel ist, wie auch aus der Abbil­dung von SUSHKIN ersichtlich ist, gekrümmter als bei A. fabalis ; die Oberkieferzähne sind ziemlich klein und spitzig; der oberhalb der Kiel­spalte gelegene Theil des Unterkiefers ist im Vergleiche zu A. fabalis auf­fallend schmal, und scheint es, dass es gerade diese eigenartige Form des Unterkiefers ist, wodurch sich diese Art von der Saatgans specilisch con­stant unterscheidet. Ich gebe hier eine getreue Abbildung der Schnabel­contour unseres Exemplares. Die Länge des Oberkiefers (vom Stirnanfang bis zur Schnabelspitze) beträgt 6 cm. ; die Höhe (gleichfalls bei der Stirn

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