Mocsáry Sándor szerk.: Természetrajzi Füzetek 22/1-4. (Budapest, 1899)
1. szám
66. ALADÁR RICHTER dermalen Wassergewebe versehen, da die an Cliloroplasten reichen Zellen des Scliwammparenchyms sehr oft das untere Hautgewebe berühren. Die Zellen des Wassergewebes (Tab. Y, Fig. 17h) bilden im Querschnitte eine Zellenreihe, dasselbe ist in der W Teite der Zellen mit dem Hautgewebe identisch ; die typisch dünnen und reich perforirten radialen Wände fördern nur die leichte Durchströmung des Wassers. Das Collabiren •der Zellenwände — z. B. in dem Falle, wenn in Folge gesteigerter Transpiration das Blatt viel Wasser verliert — wird durch keine Wandverdickung gehindert. Übrigens steht in physiologischer Beziehung von Punkt zu Punkt fest, was PFITZER, später WESTERMAYER als verallgemeinerte Thatsachen über das Wassergewebe festgesetzt haben.* Es ist charakteristisch, dass wir abweichend von den an dem Substrat haftenden Blätter an den radialen Wänden des Hautgewebes der lederartigen Blättern, die Bildung der spaltenförmigen Tüpfel nicht wahrnehmen können; sie sind aber auch gar nicht nöthig, denn es ist für die Circulation des Wassers ein separates hypodermatisches Wassergewebe vorhanden. Das mit glatter Cuticula bedeckte Hautgewebe ist an beiden Flächen des Blattes mit Spaltöffnungen versehen, an der Blattoberfläche jedoch nur sporadisch ; ein Hinweis, dass die freistehenden, lederartigen Blätter kaum von ebenso viel Wasserdampf umgeben sind, wie die an dem Substrat haftenden, quasi succulenten Blätter. Es liegt ja auch im Interesse der. lederartigen Blätter des orthotropen Sprosses, dass das obere Hautgewebe weniger Gelegenheit zur Geltendmachung der transpiratorischen Kräfte biete, weil es auch viel mehr der Insolation ausgesetzt ist. Dafür spricht auch der Umstand, dass der Apparat der Spaltöffnungen beider Hautgewebe -einigermassen zwischen die epidermalen Zellen vertieft ist ; im Querschnitte -der Spaltöffnungen sehen wir aber, dass die Schliesszellen an beiden Seiten, d. h. sowohl an der hypo- wie an der epibasalen Seite gleichmässig mit Cuticularleisten versehen sind (hauptsächlich stark entwickelt sind die epibasal. Paare). Diese neigen sieh in solcher / \ Form zu einander (Tab. IV, Fig. 12c) und sind mit Verminderung der Turgescens dazu geeignet, dass die durch sie gebildete und mit Wasserdampf gefüllten Eisodialöffnungen der Schliesszellen (Fig. cit. u) von ihnen auch gänzlich abgeschlossen werden. Die Schliesszellen haben daher einen zweifachen Schliesspunkt und dies befördert stark die nothwendige Reguli rung der Transpiration. Die an dem Substrat haftenden Blätter des plagiotropen Sprosses, die * G. HABERLANDT, Pliysiolog. PflanzenaiiatoLuie. Leipzig, 1896, pp. 347, u. 373.