Mocsáry Sándor szerk.: Természetrajzi Füzetek 21/1-4. (Budapest, 1898)
1-2. szám
DE LÖRENTHEY bestimmt; doch fehlte an diesem Exemplar, wie bei den meisten von dem Kis-Svábhegy das Vordertheil. Ich konnte hier mehrere gut erhaltene Exemplare sammeln, an welchen, obwohl die Schalen meist ausgelaugt sind, sich die Charaktere genug gut erkennen lassen. Das am besten erhaltene Exemplar fand ich in der Sammlung der kön. ungar. geologischen Anstalt und nachdem man an demselben auch das Auge sieht, hielt ich es für nothwendig abzeichnen zu lassen (Tab. I. Fig. 2). Wie aus den unten publicirten Daten ersichtlich, stimmen die Exemplare vom Kis-Svábhegy in ihrer Grösse mit den Exemplaren von St.-Giovanni-Uarione überein. Wie aus der Beschreibung und der Vergleichung mit den Wiener Originalexemplaren hervorgeht, gehören meine Exemplare zu Micromaja iuberculata und nicht zu der sehr nahestehenden und durch NOETLING * aus dem nordöstlichen Preussen (Samland) beschriebenen Micromaja spinosa NOETL. Ich kam zu derselben Ueberzeugung, als ich die in dem herrlichen Museum der Münchener Akademie vorhandenen und ebenfalls aus St.-Giovanni-Ilarione stammenden Exemplare durchstudirte. Bei meinen Exemplaren ist der Cephalothorax birnförmig, doch rückwärts sich etwas stärker verbreiternd. Der grösste Breitendurchmesser fällt fast auf die Mitte des Cephalothorax, bei dem Typus dagegen auf das zweite Drittel desselben. Die Convexität des Cephalothorax ist in der Breite genug bedeutend. Der Porus an der Spitze der Tuberkeln, welcher den Typus charakterisirt, findet sich auch zuweilen hier. Die Tuberkeln sind so angeordnet, wie bei dem Typus, obwohl sie etwas weiter auseinander stehen, da die obere Schalenschichte fehlt, welche berufen wäre, den Platz zwischen den Tuberkeln zum Theile auszufüllen ; wo aber die Schale vorhanden ist, füllt sie Lücken ebenso wie bei dem Typus aus. Auch dass die einzelnen Begionen etwas besser von einander geschieden sind als bei dem Typus, lässt sich auf das Fehlen der Schale zurückführen; so ist z. B. die Einschnürung bei der Hepaticalregion stärker, weshalb der Schild hier schmäler als bei dem Typus erscheint. Nachdem das Vordertheil meistens unvollkommen ist, sieht man die Loben nicht; eine Ausnahme bildet das dargestellte Exemplar (Tab. II. Fig. 2), an welchem das entzweigespaltene Rostrum, die Augenhöhlen, ja auch das Auge erhalten ist. Dieses Exemplar verdient demnach unser besonderes Interesse, da wir bisher kein Exemplar kennen, welches auch noch Augen besässe. Um einen Begriff von der Grösse meiner Exemplare zu geben, stelle * Abhandlungen zur geologischen Specialkarte von Preussen und den thüringischen Staaten. Bd. VI. Heft 3. Dr. FRITZ NOETLING. Die Fauna des samländischen Tertiärs. Lieferung II. Crustacea und Vennes. P. 113. Atlas-Taf. I. Fig. 6. Berlin, 1885.