Mocsáry Sándor szerk.: Természetrajzi Füzetek 20/1-4. (Budapest, 1897)
1-2. szám
21 Unser tüchtige Naturforscher LUDWIG B IRÓ ist im November 1895 im Auftrage des Ungarischen National-Museums nach Neu-Guinea abgereist, um auf dieser eigenartigen und grösstentheils noch unbekannten Insel vornehmlich naturhistorische Forschungen anzustellen, bezw. Naturalien zu sammeln, und damit die mit so grossem Eifer begonnenen Arbeiten des verunglückten SAMUEL FENICHEL gewissermassen fortzusetzen und zu ergänzen. In den ersten Tagen des Jahres 1896 in Friedrich-Wilhelmshafen angelangt, schritt B IRÓ sofort ans Werk. Anfänglich gezwungen, sich auf die Durchforschung der Ufergegend zu beschränken, beabsichtigt er allmählig immer tiefer in die unbekannten Gebiete einzudringen, und nachdem er diese Expedition auf mehrere Jahre hinaus plant, so ist anzunehmen, dass es ihm bei seiner zähen Lebenskraft und seiner ausserordentlichen Beobachtungsgabe gelingen wird, das vorgesteckte Ziel zu erreichen und damit der Wissenschaft zweifellos grosse Dienste zu leisten. Bisher sind von B IRÓ , als Sammelergebniss der ersten sieben Monate, drei Sendungen von Vögeln angelangt. Die Bälge sind mit kurzen Notizen versehen, welche die wichtigsten Daten enthalten. Er besitzt zwar auch eingehende biologische Notate, es scheint jedoch, dass er die Veröffentlichung derselben aus Behutsamkeit noch für verfrüht hält, wie dies auch aus nachstehenden, seinen Aufzeichnungen vorangeschickten Zeilen hervorgeht : «Es verlohnt sich nicht 4 auf einige flüchtige Beobachtungen gestützt, biologische Bemerkungen über die Gewohnheiten, das Benehmen, die Stimme, den Zug etc. der Vögel zu schreiben, weil derlei Aufzeichnungen sich selten liber das Niveau einfacher Jagdabenteuer erheben, somit hier nicht am Platze sind. Die Erfahrung wird jedoch die Kenntniss derselben bieten. Noch in Friedrich-Wilhelmshafen ging ich mit Eifer und Lust daran, meine diesbezüglichen Beobachtungen zusammenzustellen. Allein als ich die flüchtig hingeworfenen Notizen über irgend einen Vogel zusammenfasste, nahm ich Manches wahr, was meine bis dahin aufgestellten Wahrheiten umstosste. Solche Beobachtungen nun heimzuschicken, von welchen man in jedem folgenden Briefe etwas ableugnen muss, ist nicht der Mühe wertli, ja nicht einmal rathsam, weil ich dadurch dahin käme, dass ich mit der Zeit sogar meinen vollwerthigen Beobachtungen selber keinen Glauben schenken könnte, und Andere noch weniger. Dies der Grund, weshalb der ornithologische Theil meiner Sendung von so wenig biologischen Aufzeichnungen begleitet ist. In ganz anderer Lage befindet sich der flüchtige Forscher. Der kann solche Beobachtungen zweifelhaften Werthes kecklicli zusammenlesen ; denn nachdem er keine Gelegenheit mehr findet, sich vom Gegentheil zu