Mocsáry Sándor szerk.: Természetrajzi Füzetek 18/1-4. (Budapest, 1895)

1-2. szám

Um die Structur studieren zu können, fertigte ich Längs- und Quer­schliffe an, da aber das Material ausgelaugt ist, fällt es schwer, von dem­selben brauchbare Schliffe anzufertigen, da dieselben zerbröckeln. Soviel kann ich jedoch behaupten,-' dass von der Pflanz en-Structur keine Spur vorhanden ist und nur die Schichten von verschiedener Dichte (nämlich die Schalenplättchen und der die Mittelräume ausfüllende Bindestoff) wechseln mit einander in der Gestalt von dunkler und lichter gestreiften Bändern ab. ? , Was also ZIGNO für Blätter ansah, waren die Enden der Schalen­plättchen. Betrachten wir nun denjenigen Theil, den er für den Stiel (Callus) ansah. Derselbe ist an meinen Exemplaren mehr-weniger convex, mit dichten Längs- und weniger dicht stehenden Quer-Streifen bedeckt. Womit wir es eigentlich hier zu thun haben, ist sehr leicht ersichtlich, wenn wir denselben mit einer Osirea, z. B. Ostrea crassissima SAM. ver­gleichen, denn dann können wir bemerken, dass dieses längsgestreifte cylinderförmige Gebilde nichts anders ist, als die Ansatzűache des Bandes, die Bandgrube. Die convexe Oberfläche, wie dieselbe an der Fig. 2 vor­kommt, scheint die zur rechten Muschel gehörige Oberfläche zu sein, während die ringsumher sichtbaren, einander bedeckenden Schalenplätt­chen mit grösster Wahrscheinlichkeit zur linken Schale gehören, nur sind sie stark verwachsen und desshalb scheint es so, als ob das Ganze eine einzige Schale bildete. Auch die Quer-Furchen dieses convexen Bandfeldes entspringen von den Enden der Schalenschichten. In dieser Hinsicht gleichen meine Exemplare vollkommen denen von Ostrea crassissima LAM. AUS der Yergleichung geht hervor, dass sich die Bandgrube der Crassissima nur darin von der bei «Lithiotis» unterscheidet, dass dieselbe meist kürzer ist, sonst aber ist die Anordnung und Festigkeit der Längs­und Querstreifen bei beiden ganz gleich und ist ihre Entstehung hier wie dort auf den Einfluss der Athmosphserilien zurückzuführen. GÜMBEL bemerkt über die «Lithiotis»-Exemplare der Süd-Alpen, dass einzig der stark verdickte Wirbel der Schale aus dem darauf liegenden Kittstoffe befreibar ist, während aber die anderen Theile der Schale ihrer Dünnheit wegen nicht befreibar sind : ebendies gilt auch von den Ajkaer (Bakonyer) Exemplaren, wo die Schalen gleichfalls so sehr zusammen­gewachsen sind, dass sie von einander nicht geschieden werden können. So wäre nun also hauptsächlich der Wirbeltheil besser studierbar, doch ist auch der vom Einflüsse des Wassers und der Luft zumeist so arg ausgefressen, dass er kein reines Bild zu geben vermag. Die verschiedene äussere Form hängt eben von den verschiedenen Chancen des Ausge­fressenseins und dem Verwitterungsgrade ab und lag ja gerade hierin der Grund, dass ehedem über das Wesen des «Lithiotis» so diametral ent­gegengesetzte Ansichten verbreitet waren.

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