Mocsáry Sándor szerk.: Természetrajzi Füzetek 18/1-4. (Budapest, 1895)

1-2. szám

culatas noch öfters erwähnen, dennoch wurde dieses Merkmal weder syste­matisch besonders bewertbet, noch biologisch erklärt. Man kommt aus der Literatur überhaupt sehr schwer in's Reine, ob L. annua wirklich nur eine einfache, unverdickte Wurzel hat. Man hat sie mit der dickwurzeligen Form öfters verwechselt oder von dieser nicht stark getrennt. Es is nicht genügend klar, ob diese zwei Formen bestimmt ver­schieden sind ; fraglich ob eine Lunaria annua ohne verdickte Wurzeln wirklich existirt, oder ob nur die Wurzeln ungenügend beschrieben sind. Wir lesen noch im Jahre 1888 in BOISSIER FL. orient, euppl. p. 48 bei L. biennis: «Fibrae radicales inferne in tubera clavata sesquipollicaria sensim incrassatae» besonders hervorgehoben; es ist aber weiter nicht er­klärt, ob die Wurzel der L. biennis immer so knollig sei, oder ob BOISSIER hier eine Abänderung der L. biennis radice tuberosa meint, während SCHUR einerseits auf Grund «radice filipendula perenni, siliculis ellipticis utrinque obtusis» und in der Vermuthung einer hybriden Pflanze anderseits («an L. bicnni-rediviva») in seiner Enumeratio pl. Transsilv. p. 64, eine b) elli plica der L. biennis unterschied. Ich selbst benannte eine Form der Lunaria «annua» radice fasci­culata in der Oesterr. Botan. Zeitschr. 1891. p. 422 als L. pachyrrhiza, nachdem mich J. BORNMÜLLER, ein verlässlicher Kenner der Gartenpflanzen, sowie der Flora von Süd Europa, in lit. versicherte, dass L. biennis keine rübenförmige Wurzel hat. «L. biennis wird in den Gärten als 1—2jährige Pflanze kultiviert, d. b. im Juni-Juli ausgesäet um in Mai Blüthen zu haben. Die Wurzel ist mir da nie als rübenförmig aufgefallen, sonst würde ich mich dessen erinnern.» Unsere Pflanze zeichnet sich durch eine besondere biologische Eigen­thümlichkeit aus. Nach meiner Meinung vermehrt sie sich durch ihre kleinen Buben analog der Kartoffel. Man kann dieses nach den Beserve­nabrungsstoff ansammelnden Buben der unterirdischen Triebe behaupten. Sie hat nämlich, obwohl sie zu den Dicotyledonen gehört, nur Adventiv-Wurzeln. An dem Keimpflänzchen bemerkt man, dass die eigent­lichen dünnen Wurzeln bald absterben, der hypocotyle Theil verlängert sich aber stärker, und bleibt als ein dünnes Bhizom in der Erde. Aus der oberen Seite treibt er dann die queckenartigen unterirdischen Triebe, aus welchen die blühenden Stengel hervorsprossen. Aus der unteren Seite des hypocoeylen Theiles sprossen auch Triebe, welche mit haarförmigen, kür­zeren oder längeren Wurzelfasern besetzt sind. Diese Triebe verdicken sich zu kleineren oder grösseren Knollen. Diese sind länglich, spindelför­mig, ellipsoidisch etc.; sie zeigen bräunliche Quernarben, aus deren Mitte ein Wurzelfaden oder kleinere Büschel derselben entspringen. Meine Exemplare mit solchen Buben sind im April-Mai gesammelt, Knöspchen konnte ich daran noch nicht sehen, ich glaube aber, dass später

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