Schmidt Sándor szerk.: Természetrajzi Füzetek 16/1-4. (Budapest, 1893)

1-2. szám

erwähnte, nahe dem Ende des Körpers auf der Bauchseite und dient eben nur zur Entleerung der Eier. Es ist eine runde, einfache Oeffnung, deren freier Rand durch einen starken Cuticularring gebildet wird ; diese Oeffnung liegt nicht ganz oberflächlich, da sie einen Trichter formirt, in welchem die äussere Körperbedeckung unbemerkbar in den Eileiter übergeht. In der Wandung dieses Trichters münden die Stieldrüsen und von ihr entsprin­gen, respective an dieselbe sind die Stiele der Eier angeheftet (Tafel I., Fig. 2., 9.). Die Entwickelung der Eier erfolgt nach dem durch TESSIN bekann­ten Typus, indem die aus dem Keimstocke kommenden Keimbläschen in dem gekörnten Inhalt des Eierstockes verweilen, sich dort vertheilen und im Wachsthum vorwärts schreiten. Das fertige Keimbläschen scheint einem durchsichtigen Hofe gleich, während der Keimfleck als dunkler Hof sichtbar wird ; in letzterem sind noch 2—3 kleine, lichte Körperchen (Taf. I., Fig. 6.). Später sodann beginnt eines der Keimbläschen, gewöhn­lich auf der linken Seite des Eierstockes gelegen, mehr und mehr Dotter an sich zu ziehen, worauf es sich bei Abtrennung vom übrigen Nahrungs­dotter als Ei hervorbildet. Hier muss ich jedoch bemerken, dass ich jene Behauptung TESSIN'S, laut welcher bei den Eotatorien zu einer Zeit immer nur acht Keimbläschen im Nahrungsdotter zu sehen wären, nicht bestäti­gen kann, denn bei den meisten untersuchten Individuen fand ich viel mehr als acht Keimbläschen im Eierstock. Das im Eibehälter befindliche fertige Ei wird von einer feinen Hülle umgeben, ausser welcher jedoch auch noch eine äussere cuticulare, dickere Hülle zu finden ist. Die letztere erhält das Ei erst wenn es aus der Geschlechtsöffnung heraustritt, denn sie entsteht aus dem Secret jener 12 Drüsenzellen, welche um die Gcschlechtsöffnung gelegen sind. Zu glei­cher Zeit erhält das Ei auch den Stiel, durch welchen es ebenso, wie bei anderen Rotatorien — z. B. Brachionus- und Saccobdella-Arten — an den Körper des Mutterthieres gebunden wird, bis der kleine Embryo seine Entwickelung durchlief und nach Sprengung der Eihüllen frei wird. Die Stiele bleiben jedoch auch dann noch am Mutterthier, respective an des­sen Geschlechtsöffnung haften, so dass man aus der Zahl der vorhandenen Stiele auf die Anzahl der abgegebenen Eier schliessen kann. Ich konnte an meinen Exemplaren 2—10 solche Stiele zählen. Diese Stiele sind eigentlich, wie ich das schon im Vorigen hervor­gehoben habe, cuticulare, dünnwandige Bohren. Aus der trichterförmigen Geschlechtsöffnung entspringen sie von kleinen Höckerchen, biegen sich in einer kurzen Strecke, werden dann immer weiter, bis sie endlich, einem Horn ähnlich, in die äussere Hülle des Eies übergehen ; dadurch, dass diese äussere Hülle und die Stielwandung verwachst, entsteht dort ein scheibenähnliches Bild, welches an Durchschnittbildern als scharfe Linien

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