Herman Ottó szerk.: Természetrajzi Füzetek 3/1-4. (Budapest, 1879)

1. szám

kann. Von neueren Forschern theilen O.SCHMIDT 4, KOLLIER 5, LEYDIG 6, STEIN 7 und HAECKEL 8 dieselbe Meinung, dass bei den Contractionen die körnchenführenden Protoplasma-Bänder activ wirken; STEIN vergleicht sogar die zwischen den hyalinen Streifen vorspringenden Protoplasma­Bänder der Stentoren mit quergestreiften Muskelfasern ; es ist zwar richtig, dass besonders bei contrahirten Stentoren an den Protoplasma-Bändern schöne quere Streifen erscheinen, welche auch von KÖLLIKER erwähnt und gezeichnet wurden 9, doch lässt es sich leicht constatiren, dass die queren Streifen einfache Furchen sind, die regellos zerstreuten Körnchen aber, — bei Stentor coeruleus Pigmentkörnchen, bei St. polymorphus Chloropliyll­kügelclien, — durchaus nicht den BowMAN'schen Sarcous elements ent­sprechen können. LIEBERKÜHN hingegen schreibt die Contractilität ganz entschieden den schmäleren, hellen, hyalinen Streifen zu 1 0, zur selben Auffassung sind R. GBEEFF 1 1 und SIMROTH 1 2 durch sehr eingehende Stu­dien geführt worden und auch CLAUS schliesst sich in seinem Handbuch dieser Ansicht an. 1 3 Ohne mich hier in die Discussion weiter einzulassen, will ich nur soviel bemerken, dass mich meine eigenen Untersuchungen über die Richtigkeit der letzteren Ansicht überzeugten ; dass aber der körnchenfreie Theil des Protoplasma die Contractilität besitzt, zu dieser Auffassung bietet der par excellence contractile Rüssel des Litonotus einen schlagenden Beweis. Dieser Rüssel besteht ganz aus körnchenfreiem, hya­linen und contractilen Protoplasma, in welchem die oben erwähnten feinen Streifen eine fernere Differenzirung bilden und bei den Contractionen auch das Ihrige beitragen mögen. Ich glaube als ein allgemein giltiges Gesetz es aussprechen zu dürfen, dass bei allen Protisten (und bei beweglichen Zellen überhaupt) der bei unseren Vergrösserungen homogen erscheinende Theil des Protoplasma es ist, welcher bei den Contractionen activ wirkt und da das homogene Protoplasma jedenfalls auch den Sitz der Irritabilität bildet, könnte man es vom physiologischem Standpunkt mit der Muskel- und Ner­vensubstanz der aus Geweben zusammengesetzten Thieren sensu strictori in die Parallele stellen, welcher Auffassung der Umstand durchaus nicht entgegen spricht, dass bei gewissen Protisten, z. B. manchen Rhizopoden der körnchenführende Theil des Protoplasma vom homogenen sich nicht abgrenzt : bei diesen ist eben die, die Körnchen verbindende, homogene Zwischensubstanz das, was die Fähigkeit der Irritabilität und Contracti­lität besitzt. Soeben habe ich genügend hervorgehoben, dass das Protoplasma des Litonotus in zwei Theile differenzirt ist: in eine die Enden und Seiten des Körpers, sowie die oberflächliche Schichte der Bauchfläche bildende homo­gene, körnchenlose Substanz, Ectoplasma, und in eine körnchenführende innere Substanz, Endoplasma, dieses letztere ist mit kleineren-grösseren festglänzenden Körnchen erfüllt und an dem sackartigen Buckel nur durch

Next

/
Oldalképek
Tartalom