Kerecsényi Edit: Távol a hazától… Lendva-vidéki magyar kivándorlók és vendégmunkások (Lendva, 1994)

Tartalmi kivonatok

Aus dem Inhalt Edit Kerecsényi: Fern der Heimat... Die ungarischen Ausgewanderte und Gastarbeiter aus dem Gebiet von Lendva Die ungarische Bevölkerung des Lendva-Gebietes hat im 20. Jahrhundert dreimal einen erheblichen „Blutverlust” erlitten. Die Erinnerung an die zahlreichen Auswanderer wird in Dokumenten, Briefen und Photos bis heute Bewahrt. Die erste Auswanderungswelle kann zwischen 1900 und 1914 angesetzt werden. Der Grund dafür war vor allem die durch das hohe Bevölkerungswachstum verursachte aussichtslose wirtschaftliche Lage. Da der grösste Teil des Landes der Familie Esterházy gehörte, hatten die Bauern keine Möglichkeit, die sowieso schon stark zerteilten Grundstücke zu vergrössem. Andere Erwerbsmöglichkeiten gab es jedoch wegen des Kapitalmangels und der kaum entwickelten Industrie nicht. Man suchte nach menschen­würdigen Lebensbedingungen und fand sie in damals in den Minen und Fabriken Kanadas und der USA. Viele hofften auf Rückkehr, es kamen aber nur wenige zurück. So verbesserte sich die wirtschaftliche Situation jener, die Grundstücke, Weinberge und Dreschmaschinen kauften. Aus dieser Zeit sind der Nachwelt nur wenige Sachquellen erhalten. Dazu gehört das von den 19 nach Amerika ausgewanderten Kapczaem 1911 gestiftete Voüvkreuz, das auch heute noch gepflegt wird. Die zweite Auswanderungswelle erfasste die Lendvaer Dörfer nach der Gründung Jugoslawiens. Wegen der Agrarreform von 1925 bekamen die kinderreichen ungarischen Familien von den parzellierten Herrschafts-Grundstücken nichts, obwohl sie mit Recht darauf hofften. Bei der Auswanderung der Ungarn spielte aber auch der Umstand eine Rolle, dass sie von den Behörden gegenüber den Slowenen benachteiligt wurden. Ein Teil der Auswanderer folgte dem Ruf der bereits früher nach Nordamerika ausgewanderten Verwandten, die meisten aber gingen wegen der besser bezahlten Büroarbeit nach Argentinien, Brasilien und Uruguay. Wer seine Lebensgrundlage sichergestellt hatte, liess auch die Verwandten nachkommen. Von den Emigranten dieser Zeit kam nur ein kleiner Teil mit mehr oder weniger Geld zurück, um in der Heimat ein besseres Leben anzufangen. Nach dem ersten Weltkrieg gingen viele als landwirtschaftliche Saisonarbeiter oder als Dienstboten ins Ausland, besonders nach Frankreich, und viele blieben dort, denn die dortigen Arbeitgeber heirateten gern die tüchtigen Hetéser Mädchen. Die dritte, die sog. „Dissidenten”-Welle nahm 1945 ihren Anfang. Die vom politischen Regime enttäuschte, vernachlässigte und verbitterte Jugend ging damals über die „Grüne Grenze”. Ausschlaggebend waren sowohl politische, als auch wirtschaftliche Gründe. Diese Emigranten wurden vorübergehend in österreichischen Lagern untergebracht, bis sie von bereits früher ausgewanderten Freunden und Verwandten mit in ihre Wahlheimat genommen wurden. Andere zerstreuten sich in der ganzen Welt, fanden aber meist auch ihren Platz und kamen als Gäste oft nach Hause. Sie wählten in ihren Dörfern Ehefrauen, aber an eine endgültige Rückkehr dachten sie nur selten. 94

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