Szemészet, 1991 (128. évfolyam, 1-4. szám)
1991-09-01 / 3. szám
Szemészet, 128 (1991) 99-101 A Halle-i Martin-Luther Egyetem Szemészeti Klinikájának (igazgató: OMR Prof Dr sc med M Tost) közleménye A retina vénás érelzáródásának lézerterápiája Krause A, Finke S, Creutziger A. Szerzők 55 retinális vénaelzáródásban szenvedő beteg terápiás eredményeit értékelték. A fotokoaguláció pillanatnyilag a legkedvezőbb kezelési lehetőség. Bár a koaguláció nem gátolja meg a neovascularisatiót és a maculadegeneratiót, a betegek többsége esetében a látásélesség nem romlott, sőt esetenként javult. Különösen kiemelkedő, hogy hosszabb megfigyelési idő alatt sem lépett fel haemorrhagiás secunder glaucoma. Kulcsszavak: retinális vénaelzáródás, lézerkoagulatio Zur Laser-Therapie der venösen Gefäßverschlüsse der Retina Die Therapieergebnisse bei 55 Patienten mit venösen Gefäßverschlüssen der Retina wurden kritisch ausgewertet. Die Photokoagulation stellt derzeit die günstigste Behandlungsmöglichkeit dar. Obwohl Neovaskularisationen und Makuladegenerationen durch die Koagulation nicht verhindert werden können, konnte doch der Visus bei den meisten Patienten gehalten oder gebessert werden. Besonders hervorzuheben ist, daß auch in einem längeren Untersuchungszeitraum ein haemorrhagisches Sekundärglaukom nicht auftrat. Schlüsselwörter: venöse Gefässverschlüsse, Laser-Therapie Einleitung Das Krankheitsbild des venösen Gefäßverschlusses der Retina wurde bereits vor über 130 Jahren von LIEBREICH (8) Beschrieben. Trotz aller Bemühungen ist jedoch eine optimale Therapie der Erkrankung noch nicht gefunden worden. Folgende Medikamente und Behandlungen kamen bisher zum Einsatz: Vitamin C und K, Phenylbutazon, Magnesium, Jodkali, Fibrinolytika, Antikoagulantien, Kortikosteroide, Dobesilat-Calcium, niedermolekulares Dextran, Aggregationshemmer, Lichtkoagulation, Leserkoagulation. Diese Aufstellung zeigt, daß über viele verschiedene Wirkungsmechanismen versucht wurde, die Durchblutungsstörung zu beheben. Ihr Umfang weist aber auch auf die Unsicherheiten in den Therapiebemühungen hin. Aus diesem Grunde und unter der Berücksichtigung, daß in den letzten Jahrzehnten die Häufigkeit der retinalen Venenverschlüsse in einer ständigen Zunahme begriffen ist (6,14), halten wir eine kritische Wertung unserer derzeitigen Bahandlung für dringend erforderlich. Material und Methodik Unserer Auswertung liegen die Therapieergebnisse bei den Patienten zugrunde, die vom 1.1.1982 bis zum 31.12.1983 an der Klinik und Poliklinik für Augenkrankheiten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wegen eines venösen Gefäßverschlusses der Retina bei vaskulärer Genese licht-oder laserkoaguliert wurden. In diesem Zeitraum koagulierten wir insgesamt 97 Patienten, 55 von ihnen waren zur Nachuntersuchung erschienen, 28 Frauen und 27 Männer. Der jüngste Patient war 34 Jahre und der älteste 79 Jahre alt. Das Durchschnittsalter betrug 60 Jahre. Die Behandlung erfolgte mit dem Lichtkoagulator der Firma Carl Zeiss, Jena und mit dem Argon-Laserkoagulator der Firma Lasertek, Helsinki in einem Zeitraum von 20 Tagen bis zu zwei Jahren nach Beginn des venösen Gefäßverschlusses. Die Herdgröße lag zwischen 2 und 5 Grad bzw. 100 und 200 Außerdem erhielten alle Patienten einen Vorstellungstermin beim Internisten zur Herz-Kreislauf-Diagnostik und-Therapie. Medikamentös behandelten wir mit Dobesilat-Calcium. Bei der Nachuntersuchung lag die Photokoagulation 18-40 Monate zurück. Von den 55 nachuntersuchten Patienten litten 16 an einem Zentralvenenverschluß (ZW) und 39 einem Venenastverschluß (VAV). Die Laserkoagulation erfolgte beim ZW bei 8 Patienten, beim VAV bei 30 Patienten, dei Lichtkoagulation beim ZW bei 8 Patienten, beim VAV bei 9 Patienten. Die Geschlechtsverteilung in diesen Behandlungsgruppen war gleich bzw. fast gleich. Ergebnisse Zur Beurteilung des funktionellen Ergebnisses erfolgte eine Einteilung des Visus nach den Kriterien „gebessert“ „unverändert“ und „verschlechtert“. Allein nach der Besserung geurteilt, trat nach der Licht- und Laserkoagulation ein gleichgutes Ergebnis auf. Bei weiterer Berücksichtigung auch der Gruppe mit unverändertem Visus nach der Koagulation konnte dagegen mit der Laserkoagulation ein deutlich besseres Ergebnis nachgewiesen werden. (Abb. 1,2, 3,4) Die Fundusbeurteilung ergab, daß nach der Photokoagulation ein deutlicher Rückgang des Ödems in der Macula und in der Mittelperipherie ein trat. Blutungen waren nach der Behandlung ebenfalls geringer, wobei nach der Lichtkoagulation das günstigere Ergebnis erreicht wurde. Demgegenüber haben die Neovaskularisationen, die Mikroaneurysmen und harten Exsudate trotz Therapie deutlich zugenommen. Nach der Behandlung mit der Laserkoagulation wurde häfiger eine zystoide Makuladegeneration als nach der Lichtkoagulation beobachtet. Besonders hervorzuheben ist, daß ein haemorrhagisches Sekundärglaukom bei keinem Patienten auftrat. Auffalend hoch war bei unseren Patienten das Vorkommen von Allgemeinerkrankungen. Dabei lag die Hypertonie (bei 41 Patienten) absolut an der Spitze, gefolgt vom Diabetes mellitus (14 Patienten). Interessant ist die Nutzung der weiteren ärztlichen Betreuung, die wir allen Patienten angeraten haben. Von den 55 nachuntersuchten Patienten suchten 45 regelmäßig ihren Ophthalmologen auf, 41 Patienten waren bei ihrem Hausarzt in Behandlung. Somit waren 10 Patienten ohne ophthalmologische Kontrolle, 14 ohne allgemeinmedizinische Betreuung, und 3 Patienten waren in keinerlei ärztlicher Behandlung verblieben.