Szemészet, 1910 (47. évfolyam, 1-4. szám)

1910-05-08 / 1. szám

89 Man bemerkt zunächst eine Anzahl ruhender Epithelzellkerne, denen die Trachomkörper («) anliegen. Auffallend oft findet man Epithelzellen mit zwei Kernen, zwischen denen dann der Trachomkörper apfel­sinenschnittartig eingefügt ist. Während nun in vielen Fällen der Trachomkörper bei seiner weiteren Vergrösserung sich einfach mit lappenförmigen, kahmhautartigen Forsätzen, welche ganz regelmässig entwickelt sein können (vgl. Fig. 7.), über die Kernoberfläche vorschiebt, so dass die ursprüngliche Gestalt des Kernes in keiner Weise verändert wird, wird bei einer zweiten Wachstums- bezw. Yergrösserungsform die ursprüngliche, einer Kugelzooglöa vergleichbare Gestalt des Trachom­körpers auch bei seiner weiteren Vergrösserung beibehalten, und erfolgen nun infolge der entstehenden Raumbeengung verschiedenartige Form­verbildungen des Kernes (abgeplattete oder mannigfach eingedellte Formen, auch lediglich eine Umformung des Kernes aus einem Rotationsovaloid in eine weder abgeplattete, noch eingedellte Kugel bei einem Druck von einem oder beiden Kernpolen her). In keinem Falle sind, um es aus­drücklich und nachdrücklich zu betonen, die Kerndeformationen als Ausdruck einer zu regressiven Veränderungen (Degeneration, Nekrose) — soweit dieselben mit unseren mikrochemischen Reagentien, bezw. histologisch nachzuweisen sind — führenden Ernährungsstörung zu be­trachten, was insofern zu erörtern ist, als derartige Veränderungen bekanntlich neben ihren sonstigen Merkmalen auch Formverbildungen (Schrumpfung, Schwellung) zu bedingen vermögen. Es muss ferner nach den vorliegenden Beobachtungen als ausgeschlossen gelten, dass die in der Regel sich in massigen Grenzen haltenden Eindellungen und Zusammenpressungen durch die Trachomkörper an sich die Vitalität des Kernes herabzusetzen imstande sind. Bei dieser Gelegenheit muss nun zusammenfassend, nachdem nun­mehr auch die Bilder von Schnittpräparaten vorliegen, mit Nachdruck darauf hingewiesen werden, dass es zunächst in hohem Masse auffällt, dass man bei den von den Trachomkörpern besiedelten Zellen von einer Krankheit im Sinne des Vorhandenseins von mit unseren Hülfsmitteln nachweisbaren regressiven Veränderungen überhaupt nicht sprechen kann. Es ist eine Beobachtung, die schon jeder Anfänger in der Anfertigung von Trachomausstrichen machen kann, dass nämlich Cytoplasma und Chromatin der trachomkörperhaltigen Epithelzellen die Farbstoffe genau so annehmen bezw. auf dieselben genau so reagieren, wie Protoplasma und Kern der Epithelzellen, die davon frei sind. Mag es sich um die Früh- oder Reifestadien der Trachomkörper handeln, in keinem Falle ist an den Wirtszellen selbst die Wirkung schädlicher von den Trachomparasiten ausgehender Einflüsse in dem Sinne, dass sich dieselben durch dem Nachweis der typischen Merkmale von Degeneration oder Nekrose würden manifestieren lassen, zu bemerken. Wohl gewahrt man die Trachomkörper in einer Art Alveole des Zellprotoplasmas liegend, und scheint der helle, die Trachomkörper umgebende Saum der Schicht einer zwischen diese und das Zellproto­plasma eingeschalteten, noch näher zu untersuchenden Substanz zu entsprechen, die dem Anscheine nach (s. w. u.) aus einer Veränderung des Zellprotoplasma an der Stelle des Sitzes der Trachomkörper hervor­gegangen ist. Im übrigen fehlt es jedoch in den trachomkörperhaltigen Zellen an

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