Századok – 1935

Szemle - Hajdu János: Megjegyzések Imre Sándor bírálatára 128

10 SZÁZADOK, ] 934. R X. Aus deutschem Gesichtspunkte erfüllen beide Zeitschriften eine hohe Mission, da sie völkische Gruppen, die früher beinahe keine Notiz voneinander nahmen, als ein einheitliches Volk auffassen und in ihnen das deutsche historische Bewusstsein zu vertiefen trachten. Die Geschichtsbetrachtung des Karpathendeutschen und des Deutsch-Ungarn kann heute eben an Hand der sich an die oben erwähnten Zeitschriften knüpfenden Literatur schon klar umrissen werden. Der erste kümmert sich um die Vergangenheit des alten Staatsorganismus, innerhalb dessen er vor 1918 gelebt hat, überhaupt nicht, sondern nur um das Schicksal seines Volkes, wie dieses, unabhängig vom Staate, in seiner Stadt oder seinem Dorf zurückgezogen lebt, seinen völkischen Charakter wahrend. Der zweite beschäftigt sich intensiv mit dem Werdegang der ungarischen Kultur, da er darauf dem Kulturzentrum Wien einen entscheidenden Einfluss, tlem Deutsch-Ungartum aber eine Vermittlerrolle zuschreibt. Die Vertreter dieser Auffassung machen sich recht häufig grosser Übertreibungen schuldig, — die Reaktion hierauf ist eine Richtung, die eine ungarische kulturelle Autokratie verkündet. Es wäre von grosser Wichtigkeit, diese zwei Auffassungen miteinander in Einklang zu bringen. Den geeignetsten Weg zu diesem Ziele erblicken wir in einer Erfor­schung der ungarischen Kulturentwicklung mit Hilfe der Methode, die Aubin bei seinen Rheinlandforschungen angewendet hat. Der Begriff der Kulturprovinz kennt nämlich das Gleichnis vom Lehrer und vom Kinde mit bescheidenem Anspruch nicht, sondern bewertet die Rezeption lind die Verschmelzung der Kulturgüter und ihrer Ausgestaltung zu einer selbständigen Kultur höher als eine einfache Übergabe und Übernahme dieser Kulturgüter. Das Beispiel der deutsch-ungarischen Heimatsblätter ist trotz aller Einseitigkeit der Zeitschrift sehr lehrreich, — nach diesem Vorbilde miissten auch wir Zeitschriften schaffen zur Kräftigung des völkischen Bewusstseins des in der Slowakei, in Siebenbürgen und Südslawien lebenden Ungartunis. In Ungarn sind in der Nachkriegszeit eine ganze Reihe von neuen lokalen Zeitschriften gegründet worden, die sich jedoch mit einer LTntersuchung der Vergangenheit der adeligen und städtisch-bürgerlichen Kultur begnügen ; als Beispiel führen wir die Zeitschrift „Győri Szemle" an. Sie strahlen also eine gänzlich vorkriegszeitliche Atmosphäre aus, was z. B. bei Győr, das ganz nahe an der Trianoner Grenze hegt, darin zum Ausdruck kommt, dass die Zeitschrift sich mit dem Schicksal des abge­trennten Gebietes des Komitats Győr und dessen ungarischer Bevölkerung überhaupt nicht befasst. Diese Einseitigkeit ist so unzeitgemäss, dass ihre Beseitigung als dringende Pflicht betrachtet werden muss.

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