Századok – 1935

Szemle - Hajdu János: Megjegyzések Imre Sándor bírálatára 128

If. SZÁZADOK, 1934. 1 X. gebliche rumänische Kontinuität nichts weiter als ein Märchen ist — müssen wir vor allem darauf hinweisen, dass die neueren Forschungen das Weiterleben der römischen Kultur in sämt­lichen europäischen Provinzen auch nach dem Zusammenbruch des Römerreiches nachgewiesen haben. Hier und da gab es zwar einen Bruch in dieser Entwicklung, aber eben die Ergebnisse der städtegeschichtlichen Forschungen zeigen, dass die Berichte über die Zerstörung der Städte in der Völkerwanderungszeit teilweise auf Schlecht-Unterrichtetsein beruhten, teilweise rheto­rischen Übertreibungen entsprangen. Im benachbarten Noricum gab es zahlreiche römische Städte, die die Völkerwanderung überlebten, darunter auch das so ziemlich auf der Heerstrasse der Völkerwanderung liegende Wien, und auch in Dalmatien, sogar in Serbien blieben römische Städte bestehen. Es wäre also mehr als verwunderlich, wenn nur Pannonién eine Ausnahme dieser Regel bildete, das vier Jahrhunderte lang unter römischer Herrschaft stand und in dessen Boden die römische Kultur nach dem Zeugnis sowoh 1 der archäologischen Funde wie der geschriebenen Quellen bald nach der Eroberung tiefe Wurzeln schlug. Andrer­seits ist es bekannt, dass der Zusammenbruch des Limes und der Abzug der Legionen im Leben Pannoniens keine Katastrophe hervorrief. Die Barbaren, die die Herrschaft von den Römern übernahmen, gehörten ja bereits früher, als römische Söldner, der pannonischen Wehrmacht an, die Hunnen, die an Stelle der Goten traten, waren Verbündete der Römer. Einer der einfluss­reichsten Hofleute Attilas war der aus Pannonién stammende Orestes, dessen Schwiegervater im weströmischen Reiche ein vornehmes Amt bekleidete und dessen Sohn unter dem Namen Romulus Augustulus den kaiserlichen Thron bestieg. Nach dem Tode Attilas gehörte Pannonién eine Zeit lang wieder dem römi­schen Reiche an und mit seiner Verteidigung wurden die im römischen Solde stehenden Westgoten und später die Lango­barden betraut, die dann die Provinz wieder auf friedlichem Wege, auf Grund eines Vertrages, den Avaren übergaben. Unter den archäologischen Funden gibt es römische Münzen, die am Ende des 4. Jahrhunderts in Pannonién geprägt wurden, aber grösstenteils so abgenutzt sind, dass man sie gar nicht bestimmen kann. Dies zeigt, dass das Wirtschaftsleben hier auch in der Völkerwanderungszeit in den alten Bahnen weiterging. Auch die Städte florierten weiter. In der offiziellen römischen Chronik ist es aufgezeichnet, dass am 7. September 456 Savaria von einem grossen Erdbeben heimgesucht wurde. Da diese Chronik nur die wichtigsten Ereignisse verzeichnete und den Angelegenheiten der Provinzen nur sehr selten Aufmerksamkeit schenkte, so ist daraus zu schliessen, dass Savaria in dieser Zeit eine berühmte und wichtige Stadt gewesen sein musste. Einige Jahre später hören wir über Aquincum ; im 7. Jahrhundert über Mogentiana, das in der Nähe des heutigen Keszthely lag, wegen seiner blühenden Gold- und Silberschmiedekunst berühmt war und später durch

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