Die Erste internationale Jagd-Ausstellung Wien, 1910. Wien-Leipzig, 1912 / Sz.Zs. 424

I. TEIL. Der Führer durch die Ausstellung. Von Dr. Adolf Stengl, k. k. Forstrat

Der Führer durch die Fíus ítellung. und Schlingen, eine Kollektion von Fifcbergeräten (Reuten, Fifcbkörbe und Fallen, Angeln, Schöpfnetje, Fifcbftecber etc.) und ein Modell eines Pfahldorfes aus dem nördlichen Siam; Bootsmodelle der Orotfchen, Tfcbuktfcben, Ainos, Haida-Indianer; Hundefchlitten der Tfcbuktfcben, Koriakén, Ai'nos, Eskimos aus Alaska, endlich Gewänder und ein­zelne Bekleidungsftücke, fo z. B. ein Seebundgewand und einen bemalten Jagdhut der Hieuten, ein vollftän­diges Frauengewand der Zentraleskimos, ein vollftändiges Gewand der Kräbenindianer, Lauffoblen, Ledertäfebeben, Fellmäntel, Fellmütjen der Bufchmänner, fowie allerband Schmuck u. a. m. In der Mitte des Saales war ein Einbau mit fechs fchönen Dioramen, welche ebarakteriftifebe Landfcbaften mit eingeborenen Jägern als Staffage darftellten. Vertreten waren grönländifcbe Eskimos, Prärie-Indianer auf der Büffeljagd, Botokuden aus Südamerika, Weddas aus Ceylon, füdafrikanifche Bufchmänner und Huftralier. Kunftpavillon. Kapelle von Hans Prutfcfoer. Kunftpavillon. Der Errichtung desfelben lag die Hbficbt zugrunde, darzutun, daß der bildenden Kunft zu allen Zeiten und in allen Ländern durch die Jagd reichlich Anregung und Betätigung geboten wurde. In diefem Sinne bat auch das mit der Durchführung der Arbeiten betraute Künftler­komitee gewirkt und die Verteilung der Räume fowie die Auswahl der Kunftobjekte getroffen. Im Mittelbau war die Abteilung für retrofpektive, ringsherum die moderne Kunft in einer Reihe von Sälen untergebracht. Sechs hiervon bargen Werke internationalen Charakters, ein Saal war vorwiegend deutfeben, einer ausfcbließlicb franzöfifeben Künftlern zugewiefen, während den Reft Werke öfterreichifcber Künftler — zumeift Kollektiv­ausftellungen öfterreichifcber Künftlervereinigungen — füllten. Einige diefer Säle waren auch mit fpeziell für diefen Zweck gemalten Bildern und Panneaux künft­lerifcb in Einklang gebracht, wodurch ficb nicht nur der Gefamteindruck der Ausftellung intereffanter geftaltete, fondern auch die verfcbiedenen Kunftricbtungen in geeigneter Weife zur Geltung kamen. Die in den beiden Höfen exponierten Kunftwerke erhielten durch künftlerifcbe Gattenanlagen eine be­fondere Folie. Die Raumgeftaltung lag in den bewährten Händen des k. k. Baurates und Architekten Franz Freiberrn v. Krausz-Wien, das Arrangement beforgte der akademifebe Maler Alois Hans Schram-Wien, ausgenommen die Räume der Vereinigung bildender Künftler Öfterreicbs »Sezeffion« und der »Klimt-Gruppe«, von denen erftere diefe Arbeiten dem Architekten Robert Oerley-Wien, letztere dem Architekten Profeffor Jofef Hoffmann-Wien übertragen hatte. Von der Kaiferallee gelangte man durch das Hauptportal in die retrofpektive Abteilung, die zugleich den Repräfentationsraum des Kunft­pavillons bildete. Inmitten des Raumes ftand eine monumentale, bronzierte Gipsbüfte Sr. Majeftät des Kaifers Franz Jofepb I. von Karl Wollek. An den Wänden fab man Meifterwerke von J. G. undPh. Ferd. von Hamilton, Snyders, Tamm, Jan Fyt u. a., welche Zeugnis gaben, daß früher große, dekorative Jagdfujets als Ausfcbmückung der Paläfte und Scblöffer des Hochadels zu bedeu­tender künftlerifcber Entwicklung und Vollendung gelangt find. Daneben aus jüngerer Zeit vortreff­liche Werke von Fried. Gauermann, Waldmüller, Ranftl, ein größeres Gemälde von Hans Makart, R a« m XVII. International, der bekannte »Rüdenmeifter« von Canon u. a. Kunftpavillon. In Saal II der internationalen Abteilung war befonders Deutfcbland reichhaltig durch eine Reihe hervor­ragender Tiermaler, wie v. Maffei, Friefe, Kuhnert, Leuteritj, Meyerbeim, Deiker, Kallmorgen, Kappftein u. a., Öfterreicb durch Wierusz-Kowalski undZygmund Ajdukiewicz vertreten. Die englifebe Malerin Lucy Kemp-Welcb brachte einen großen, ftimmungsvollen Mittelfries und der Münchner Bildbauer Hans Gfell einen prächtigen 30

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